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Reise
05/14/2014

Drei Raumfahrer kehren von ISS zur Erde zurück

Nach sechs Monaten steht wieder ein Wechsel der Besatzung an. Drei Raumfahrer sind am Mittwochmorgen erfolgreich in der Steppe von Kasachstan gelandet.

Etwa 127 Millionen Kilometer haben sie zurückgelegt und mehr als 3000 Mal die Erde umrundet - nun sind drei Raumfahrer wohlbehalten aus dem All zurückgekehrt. Nach fast einem halben Jahr auf der Internationalen Raumstation ISS landeten der Russe Michail Tjurin, der US-Amerikaner Rick Mastracchio und der Japaner Koichi Wakata am Mittwochmorgen in der Steppe von Kasachstan. Die nächste Mission steht schon in den Startlöchern: Am 28. Mai soll auch der Deutsche Alexander Gerst (38) vom Weltraumbahnhof Baikonur zur ISS starten.

Sechs Monate

Bei blauem Himmel schwebte die russische Sojus-Kapsel knapp 150 Kilometer südöstlich der Stadt Scheskasgan von einem Fallschirm gebremst zu Boden. Die drei Männer hatten insgesamt 188 Tage - seit Anfang November - auf dem Außenposten der Menschheit gearbeitet und zahlreiche Experimente durchgeführt. Eine wichtige Aufgabe hatten sie bereits gleich zu Beginn erfolgreich erledigt: Die Raumfahrer brachten eine Fackel der Olympischen Winterspiele 2014 ins All, die dann von zwei Kosmonauten während eines Außeneinsatzes im Weltraum präsentiert wurde.

Nach der Landung mussten die Heimkehrer die erste Zeit auf Klappsesseln verbringen. Ihre Muskeln sind nach der langen Zeit in der Schwerelosigkeit geschwächt. In Decken gehüllt und mit Tee versorgt, winkte das Trio in die Kameras.

Drei sind noch oben, drei kommen nach

„Alle Raumfahrer fühlen sich wohl“, sagte ein Sprecher des Flugleitzentrums in Koroljow bei Moskau der russischen Nachrichtenagentur Itar-Tass. Das Raumschiff war etwa dreieinhalb Stunden zuvor von der ISS abgedockt, nachdem Wakata als erster japanischer ISS-Kommandeur die Aufsicht an den US-Astronauten Steven Swanson übergeben hatte.

Auf der ISS in mehr als 400 Kilometern Höhe halten zunächst insgesamt drei Raumfahrer Wache, außer Swanson noch die Russen Alexander Skworzow und Oleg Artemjew. Ende Mai erhalten sie Verstärkung von drei Kollegen. Gemeinsam mit dem Russen Maxim Surajew und dem US-Amerikaner Reid Wiseman ist dann der deutsche Geophysiker Gerst als Besatzung vorgesehen.

Für Aufregung vor dem Personalwechsel hatte die Ankündigung Russlands gesorgt, die ISS nach 2020 nicht mehr mitbetreiben zu wollen. Die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos wolle sich auf andere Kosmos-Projekte konzentrieren, hatte Vizeregierungschef Dmitri Rogosin gesagt.