Science
26.06.2014

Drei Riesendämme gegen Tornado-Katastrophen in den USA

Laut dem Physiker Rongjia Tao könnten drei gigantische Mauern mit 300 Meter Höhe die Entstehung von Tornados im mittleren Westen der USA verhindern.

Der Physiker Rongjia Tao von der US-amerikanischen Drexel University hat einen Plan zur Eliminierung von Tornados in einer Zone, in der sie vermehrt auftreten. Wie er in einem Artikel im "International Journal of Modern Physics B" beschreibt, könnten drei gigantische Mauern die gefährlichen Stürme in der "Tornado Alley" verhindern. Tornado Alley wird jene Zone im mittleren Westen der USA genannt, in der ein Großteil aller Wirbelstürme in den USA entsteht und Jahr für Jahr wütet.

Die Landschaft ist flach, was die Tornado-Bildung vereinfacht. Diese entstehen durch den Zusammenprall von warmen Luftströmungen aus dem Süden und kalten Luftströmungen aus dem Norden. Die Luftmassen bilden so genannte Superzellen. Je schneller sich diese rotierenden Winde drehen, desto höher ist das Risiko, dass daraus Tornados entstehen. In den USA betrifft dies ca. 30 Prozent aller Superzellen.

Vergleich mit China

Tao hat beobachtet, dass in einer Region in China vergleichbare Klimabedingungen wie in der " Tornado Alley" in den USA herrschen. In China jedoch wird die Region von drei Berg- und Hügelketten durchbrochen, die das Land von Westen nach Osten durchziehen. Eine davon ist die Jiang-Huai Hügelkette, die nur 300 Meter hoch, dafür 800 Kilometer lang ist. Laut Tao eliminiert sie die Tornado-Gefahr für die Region maßgeblich.

Was in China natürlich vorhanden ist, könnte laut Tao künstlich erschaffen werden. Drei gigantische Mauern mit 300 Meter Höhe und 50 Meter Breite, welche die Landschaft der "Tornado Alley" durchziehen, könnten verhindern, dass die Geschwindigkeit der zusammenprallenden Luftmassen so hoch wird, dass daraus Tornados entstehen.

Ökonomisch sinnvoll

Was für viele nach Größenwahn klingt, macht laut Tao auch ökonomisch Sinn. Zum Vergleich zieht er einen Wolkenkratzer in Philadelphia heran, der 300 Meter hoch ist. Statt einem solchen Gebäude könnte man eine 300 Meter hohe Mauer mit einer Meile Länge (1,6 Kilometer) bauen. Kosten: 160 Millionen Dollar. Laut Tao stünden derartige Kosten in einem rentablen Verhältnis zu den Kosten, die durch Tornado-Schäden verursacht werden.

Wenn auch keine gigantische Mauer in einem Stück gebaut werde, so könnte man doch mehrere Mauer-Abschnitte errichten und im Laufe der Zeit verbinden, meint Tao. Auch bei der Stadtplanung könnte man auf die Tornado-Verhinderung Rücksicht nehmen. Neue Wolkenkratzer sollten in Ost-West-Ausrichtung entstehen, um eine Wind-Barriere zu bilden.