Science
30.11.2015

Ein Software-Update für Curiosity

Die Kamera des Mars-Rovers bekam einen Auto-Zoom. Davor wurde sie auf dem „Mars Yard“ der NASA in Pasadena vom Curiosity-Zwilling „Maggie“ auf der Erde ausprobiert.

„Maggie“ steht in einer Garage. Ein bisschen staubig von ihren Fahrten auf dem etwa 400 Quadratmeter großen Areal, dessen Oberfläche jener des Mars nachgebildet wurde. Im Jet Propulsion Lab der NASA in Pasadena nahe Los Angeles ist die 900 Kilogramm schwere Maggie stationiert - der Zwilling der Curiosity. Maggie ist eine 1:1-Kopie des Mars-Rovers, der die Oberfläche des Roten Planeten erkundet und regelmäßig Daten und Analysen zur Erde schickt. Maggie ist ein Herzstück der Mars-Mission, sie ist fast so groß wie ein Kleinwagen, nämlich 3,1 Meter lang, 2,7 Meter breit und 2,1 Meter hoch – für die Höhe ist übrigens die Kamera verantwortlich, die auf einem kleinen Masten montiert wurde. Mit dieser werden von Curiosity nicht nur die Aufnahmen gemacht, sondern hier findet sich auch der Laser, mit dem Gesteinsbrocken vaporisiert werden können. Diese Cam bekam kürzlich ein Update, das vorab Maggie testen musste.

Curiosity

Curiosity

Curiosity

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Curiosity

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Simulierte Marslandschaft

Die Garage beim „Mars Yard“ ist eine simulierte Marslandschaft, die eine Ausdehnung von 21x20 Meter hat und der Marsoberfläche nachempfunden wurde – es gibt hier feinen Sand, Steine in allen Größen und Formen und an einer Seite eine Böschung, die von 5 auf 40 Grad steigt. Bis 50 Grad Steigung schafft die Curiosity. Hat Curiosity oben am Mars ein Problem, wird dieses am Mars Yard nachgestellt, damit die Wissenschafter eine entsprechende Lösung entwickeln können. Mit Maggie werden aber auch Updates getestet, die – sollten sie funktionieren – dann auf Curiosity übertragen werden. Jüngst wurde die Kamera, mit der der Mars-Roboter ausgerüstet ist, nachgerüstet – mit einem Auto-Zoom. Bis dahin wurde der Zoom-Bereich manuell von der Erde aus eingestellt und dann vom Kontrollzentrum des Jet Propulsion Labs zum Mars gefunkt. Sechs Minuten dauert die Datenübertragung im Ideal-, 26 Minuten im schlechtesten Fall. Jetzt kann Curiosity Aufnahmen machen und automatisch den Zoom-Bereich einstellen.

Maggie wird übrigens mit herkömmlicher Energie versorgt, auf ihren Ausfahrten hängt sie an einem Kabel, das die Techniker ähnlich wie Kamera-Assistenten im TV hinterherziehen müssen. Curiosity im Gegensatz hat einen Nuklear-Generator an Bord. Gleich neben Maggies Garage gibt es eine zweite, kleinere Garage. In der steht ebenfalls ein Curiosity-Klon, allerdings die Leichtversion. Da die Anziehungskraft des Mars im Vergleich zur Erde nur ein Drittel beträgt, hat man einen Marsrover gebaut, der nur 300 Kilogramm schwer ist, um Auswirkungen des Untergrunds auf die Curiosity analyisieren zu können. Curiosity hinterlässt auf der Mars-Oberfläche freilich Spuren im Sand – in das Profil der leichten Aluminium-Räder ist ein Morse-Code eingeschnitten – und der ergibt übrigens die Buchstaben JPL.

Seit 6. August 2012 arbeitet Curiosity auf der Fläche des Mars. Am 26. November 2011 war der Mars-Roboter mit einer Atlas V von der Cape Canaveral Air Force Station aus, ins All geschossen worden und liefert laufend Bilder und neue Erkenntnisse.