Ein querschnittsgelähmter Patient bewegt sein Bein

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Science
04/09/2014

Elektro-Implantat umgeht Querschnittslähmung

Die Behandlung von querschnittsgelähmten Patienten mit einem Wirbelsäulen-Implantat zeigt immer größere Erfolge.

Ein Implantat auf der Wirbelsäule simuliert Gehirn-Signale und ermöglicht die Bewegung von Körperteilen, die zuvor unbeweglich waren. So könnte man die Wirkung einer neuen Behandlungsmethode kurz beschreiben, die immer erfolgreicher angewendet wird. Wie das US-Forschungsinstitut American Spinal Injury Association (ASIA) im Neurologie-Fachjournal "Brain" beschreibt, wurden Behandlungserfolge neuerdings auch bei Patienten erzielt, bei denen ein vollständiger motorischer und sensorischer Bruch vorliegt.

Zuvor hatte es das Wirbelsäulen-Implantat, das aus 16 Elektroden besteht und kleine Strompulse aussendet, einem Patienten bereits ermöglicht, seine gelähmten Beine zu bewegen. Bei diesem Patienten lag aber zumindest eine sensorische Verbindung der gelähmten Körperteile vor. Nun wurde die Methode an drei weiteren Patienten erprobt, darunter auch zwei mit vollständiger sensorischer und motorischer Abtrennung der Nervenbahnen.

Wie sich zeigte, konnten auch diese Patienten mit der Behandlungsmethode, die sich Neuromodulation nennt, zuvor paralysierte Muskeln bewegen. Die Bewegungen können aktiv vom Patienten ausgelöst werden. Die Forscher sind überzeugt, dass die Behandlungsmethode die Rehabilitation von querschnittsgelähmten Personen revolutionieren könnte - auch Jahre nach einem Unfall. In einem Video werden die Effekte der Behandlung gezeigt.