Science
08/25/2014

Erstmals funktionierendes Organ in einer Maus gezüchtet

Forschern der Universität von Edinburgh ist es erstmals gelungen, einen Thymus mit Hilfe genmanipulierter Zellen innerhalb einer Maus zu züchten.

Die Errungenschaft der Universität Edinburgh ist ein Meilenstein am Gebiet der regenerativen Medizin. Erstmals ist es gelungen, ein funktionierendes Organ innerhalb eines lebenden Organismus zu züchten, indem man Gene in gewebebildenden Zellen reprogrammierte. In einer Maus entstand durch diese reprogrammierten und in den Körper injizierten Zellen ein Thymus. Das Organ ist für die Herstellung von T-Lymphozyten verantwortlich, die innerhalb eines Immunsystems die dauerhafte Speicherung von Abwehrmechnismen gegen bestimmte Erreger übernehmen.

Folgen für Menschen unklar

Beim Menschen degeneriert der Thymus mit fortschreitendem Alter. Den Thymus zu regenerieren, könnte das Immunsystem älterer Menschen stärken. Die viel wichtigere Erkenntnis betrifft die Möglichkeit, in Zukunft vielleicht auch andere Organe mit einer ähnlichen Methode zu züchten. Der Thymus gilt als relativ simples Organ. Ob auch komplexere Organe reproduziert werden können, bleibt abzuwarten.

Bei der Maus zeigte sich ein Organwuchs in voller Größe. Vor dem Versuch war unklar, ob das wachsende Organ sich an bestehende Platzverhältnisse im Körper anpassen und damit kleiner als geplant ausfallen würde. Die Studienergebnisse wurden im Fachjournal Nature Cell Biology veröffentlicht.

Die Resulate des Versuchs auf den Menschen anzuwenden, sei eine schwierige Aufgabe, sagt Robin Lovell-Badge vom National Institute for Medical Research gegenüber der BBC.