Science
16.04.2015

ESA-Chef: Mensch könnte bis 2050 zum Mars reisen

Jan Wörner, der am 1. Juli den Posten als Generaldirektor der Europäischen Raumfahrtbehörde antritt, schätzt etwas konservativer als seine US-Kollegen.

Der künftige Chef der europäischen Raumfahrtorganisation Esa ist sicher, dass der Mensch in Zukunft zum Roten Planeten aufbrechen wird. „Der Mensch wird zum Mars fliegen - ganz klar. Der Mensch macht das, wenn er dafür die richtige Technik hat. Das dauert aber noch ein bisschen“, sagte Professor Jan Wörner, der am 1. Juli Generaldirektor der Esa wird. „Die Amerikaner sind sehr mutig und reden von 2030/35. Ich fände es schon sehr anspruchsvoll, wenn es vor 2050 gelingen könnte“, betonte der Vorsitzende des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt in Köln.

Verbesserungen in Luftfahrtsicherheit

Sein Blick zurück auf acht Jahre an der DLR-Spitze fällt positiv aus. Neben der Luft- und Raumfahrt sei auch bei den Aufgabenfeldern Energie, Verkehr und Sicherheit vieles bewegt worden: „Zum Beispiel, wie man Flugzeuge noch leiser gestalten kann, im Verkehr Systeme entwickelt, die auf eine deutliche Reduktion der Unfallrate abzielen - oder auch bei der maritimen Sicherheit, der Umweltverschmutzung durch Schiffe oder auch der Hafennavigation.“

Ohne Satelliten geht nichts mehr

Die Rolle der Raumfahrtagenturen werde sich weiter ändern - hin zu „Ermöglichern“ von Raumfahrt. „Es wird einen Paradigmenwechsel geben. Den müssen wir strukturieren, damit die Raumfahrt als Wert für die Gesellschaft erhalten und ausgebaut wird.“ Als praktische Beispiele nannte Wörner die Satelliten. Würde man diese abstellen, „wäre es dunkel auf der Erde, weil die Synchronisation der Stromnetze über Zeitdaten aus dem All läuft.“ Auch die Navigation im Verkehr oder die Erdbeobachtung im Katastrophenfall hingen daran.