Science
02.09.2013

Forscher testen Laser gegen Weltraumschrott

Auf die Erde stürzender Weltraummüll könnte zukünftig mit einem Laser unschädlich gemacht werden, wenn es nach Forschern des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt geht.

Gefährlicher Weltraumschrott könnte künftig mit einem leistungsstarken Laser von der Erde aus unschädlich gemacht werden. „Damit soll der Müll erfasst oder seine Bahn so verändert werden, dass er in der Atmosphäre verglüht", sagte der Leiter des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), Johann-Dietrich Wörner, in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa in Moskau.

Das DLR testet derzeit eine solche Erfassung in der Umlaufbahn. Nach 50 Jahren Raumfahrt würden mittlerweile tausende Rückstände um die Erde rasen und den Planeten bedrohen. „Ich halte es für dringend notwendig, unseren Orbit endlich aufzuräumen", fordert Wörner.

Der unkontrollierte Absturz des ausgedienten deutschen Röntgensatelliten „Rosat" hatte im Oktober 2011 für Schlagzeilen gesorgt. Nach Befürchtungen, der 2,5 Tonnen schwere Apparat könne auf bewohntes Gebiet fallen, verglühte der Apparat in der Atmosphäre.

In einem ersten Schritt wird der Laser für die Erfassung des Weltraummülls genutzt. Ein funktionsfähiges System könnte in 2 Jahren in Betrieb gehen. "Bisher nutzen wir das Sonnenlicht in der Dämmerungsphase, um die Weltraumobjekte auszumachen, was wir im Fachjargon passiv-optische Detektion nennen. Um noch exaktere Messungen vornehmen zu können, wollen wir unsere Zielobjekte mit Hilfe eines Lasers anstrahlen" sagt Wolfgang Riede, Leiter der Sternwarte Stuttgart.