© Bernhard Jank, MD, Ott Lab, Center for Regenerative Medicine, Massachusetts General Hospital

Wissenschaft

Forscher züchten menschliches Herzgewebe aus Hautzellen

Ein Team aus Forschern des Massachusetts General Hospital und der Harvard Medical School unter Führung des Österreichers Harald Ott hat es geschafft, funktionierendes Herzmuskelgewebe aus Hautzellen zu züchten, wie popsci berichtet. Dazu haben die Forscher 73 Spenderherzen mit einer speziellen Waschlösung von den Zellen befreit, sodass nur das Proteingerüst übrig geblieben ist.

Dieses Gerüst, das keine fremden Zellen mehr enthält, die bei einer Transplantation zu Abstoßungsreaktionen führen könnten, wurde dann mit Stammzellen besiedelt, die aus Hautzellen gewonnen wurden. Durch die Simulation der Bedingungen im menschlichen Körper wurden die Zellen dann zur Spezialisierung in zwei verschiedene Typen von Herzmuskelzellen angeregt.

Arbeit an Pflaster für Herz

Diese Zellen bevölkern über einen Zeitraum von zwei Wochen das Gerüst. Das Endergebnis ist funktionsfähiges Herzmuskelgewebe, das sich auf dem Gerüst bildet und sich bei elektrischer Stimulation zusammenzieht. Die Wissenschaftler vergleichen ihre Schöpfung mit Herzen in einem frühen Entwicklungsstadium.

"Von der Züchtung eines kompletten, transplantationsfähigen Herzens sind wir noch einige Jahre entfernt. Derzeit arbeiten wir an einer Art Pflaster aus Herzmuskelzellen, das durch Herzinfarkte geschädigtes Gewebe ersetzen könnte", sagt der beteiligte Forscher Jacques Guyette gegenüber eurekalert.

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