Benzema sieht nach, ob der Ball im Tor ist.

© REUTERS/DAMIR SAGOLJ

Strittige Entscheidung
06/16/2014

Fußball-WM: Torlinien-Technologie sorgt für Aufregung

Am Sonntag feierte die erstmals bei einer Fußball-WM zum Einsatz kommende Torlinien-Technologie Premiere. Ironischerweise sorgte ausgerechnet die Technik für Irritationen.

Im Spiel zwischen Frankreich und Honduras am Sonntag abend war es erstmals soweit. Eine strittige Torentscheidung für Frankreich wurde vom installierten deutschen Torlinien-System GoalControl-4D überprüft und kam zur selben Entscheidung wie schon der Schiedsrichter unmittelbar zuvor. Für heftige Entrüstung sorgte allerdings die live auch im Stadion übertragene visuelle Aufbereitung. Denn diese zeigte zunächst kein Tor an.

Zwei Szenen, ein Tor

Die Verwirrung kam deshalb zustande, da das System zunächst den Abpraller des Balles auf die Torlinie analysierte und hier den Ball nicht hinter der Linie sah. Das aufblinkende "No goal" sorgte für einen derartigen Entrüstungssturm bei vielen Fans und auch bei Honduras-Trainer Luis Suarez, dass sie die Einspielung der entscheidenden zweiten Szene gar nicht mehr mitbekamen. In dieser stellte das aus 7 Kameras bestehende System fest, dass der vom Torwart nachgefasste Ball tatsächlich die Torlinie überquert hatte.

Auch am Montag hielten die Diskussionen in der Nachbetrachtung an. Während etwa Honduras-Torwart Noel Valladares dabei blieb, dass "der Ball sicher nicht drin war", behauptete Frankreichs Stürmer Karim Benzema das Gegenteil. Honduras Trainer Suarez hielt zumindest fest, dass er sich ursprünglich nicht über die Entscheidung des Schiedsrichters aufgeregt hatte, sondern irritiert war, dass das System zuerst sagte, kein Tor und später auf Tor entschied.

FIFA reagiert

Die FIFA reagierte am Montagnachmittag und kündigte an, bei den weiteren WM-Spielen nur mehr jene Szenen Spielern und Publikum zu präsentieren, bei denen das System tatsächlich auf Tor entschieden hat. In der ganzen Aufregung ging schließlich unter, dass auch das technische System eine Fehlertoleranz von 1,5 Zentimetern erlaubt. Angesichts der ganz knappen Entscheidung könnte diese sogar unterschritten worden sein.