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Astronomie
01/27/2014

Grazer Forscher erstellen Mond-Schwerefeld-Karte

Mit Hilfe von Daten der NASA-Mission GRAIL erstellt das Grazer Institut für Weltraumforschung das erste hochauflösende Schwerefeldmodell des Mondes.

Eine hochgenaue physikalische Karte des Mondes haben Wissenschafter am Institut für Weltraumforschung (IWF) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften berechnet. Das Modell soll Rückschlüsse auf den Zustand und die Evolution des Erdtrabanten liefern, hieß es am Montag in einer Mitteilung des IWF.

Zwei waschmaschinengroße Mondsonden haben im Herbst 2012 den Mond in einer durchschnittlichen Entfernung von 50 km umrundet und ganz genau unter die Lupe genommen. Die beiden US-Raumsonden "GRAIL" haben das Schwerefeld des Mondes auf winzige Schwankungen vermessen. Daraus wollen Forscher vertiefte Einblicke in die Strukturen im Mondinneren erhalten - von der Kruste bis zum Kern. Die bisher ausgewerteten Daten deuten u.a. darauf hin, dass die Mondkruste bis zu 43 Kilometer dick und von tiefen unsichtbaren Magma-Kanälen durchzogen ist, wie die NASA schon meldete.

Physikalische Karte

Die Auswertung der 82-tägigen Datensammlung beschäftigt Forscher rund um den Globus. Auch Wissenschafter des IWF haben in der Zusammenschau der Schwerefelddaten mit topografischen Daten eine physikalische Karte des Mondes erstellt. "Die Mission brachte bisher unerreicht genaue Daten zum Schwerefeld des Mondes", schilderte IWF-Gruppenleiter Oliver Baur, auf Anfrage der APA.

Im Vergleich zu früheren Missionen seien deutliche Verbesserungen der Messgenauigkeit sowohl auf der der Erde zugewandten als auch der abgewandten Seite erreicht worden. "Wir haben eine Genauigkeitssteigerung von drei bis vier Größen", so Baur.

Steigende Auflösung

Die Schwerefeldkarte, die das Institut auf Basis der Auswertung der ersten drei Messmonate jüngst im Magazin "Planetary and Space Science" vorgestellt hat, habe eine räumliche Auflösung von 20 bis 30 km, so Baur. Es sei "das erste in Europa berechnete und in einer Fachzeitschrift veröffentlichte hochauflösende Schwerefeldmodell des Mondes", so der Grazer Wissenschafter.

Für seine Arbeitsgruppe ist damit die Arbeit noch nicht beendet: "Jetzt gehen wir daran durch die Dehnung des Datenzeitraumes als auch Weitere Filterung von Störeinflüssen die Schwerefeldaten noch genauer zu bestimmen".

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