Science
20.11.2012

Human Rights Watch fordert Kampfroboter-Verbot

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch setzt sich für ein weltweites Verbot von autonomen Waffensystemen ein. Diese können nicht ausreichend zwischen Soldaten und Zivilisten unterscheiden und kennen keine Gnade, wodurch Krieg noch unmenschlicher werde.

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch fordert ein weltweites Verbot von selbstständig agierenden Drohnen und anderen Waffensystemen. In einem 50-seitigen Bericht (PDF) kommen die Autoren zur Kenntnis, dass der Einsatz solcher Kampf-Roboter sowohl ethische als auch rechtliche Probleme mit sich bringt.

Ein autonomes Waffensystem könnte demnach noch schwerer als ein Mensch zwischen einem Soldaten und einem Zivilisten auf dem Schlachtfeld unterscheiden. Auch kenne ein Roboter keine Gnade, sondern nur die Ausführung von Befehlen. Ebenfalls fehle einer solchen Kriegsmaschine die Fähigkeit die Verhältnismäßigkeit eines Angriffes einzustufen. Durch den Einsatz von autonomen Waffensystemen werden zwar die Leben von Soldaten geschont, die Hemmschwelle menschliches Leben auszulöschen aber weiter gesenkt, da nur noch ein Einsatzbefehl gegeben wird und der Roboter im Zielgebiet selbstständig agiere.

Rechtliche Probleme
Probleme gebe es auch in rechtlicher Sicht. Sollte ein autonomes Waffensystem ein Kriegsverbrechen begehen, wie etwa eine Schule statt einer Waffenfabrik bombardieren, ist nicht klar, wer dafür verantwortlich ist. Dies könnten die Befehlsgeber sein. Wurde aber etwa nur ein Befehl erteilt gegnerische Stellungen in einem bestimmten Gebiet anzugreifen, könnte es die Schuld des Herstellers oder des Programmierers der Software sein, dass der Roboter die Schule als Ziel identifiziert hat.

Derzeit gibt es noch keine völlig autonomen Waffensysteme. Laut Human Rights Watch könnten diese aber in 20 bis 30 Jahren bereit stehen. Aktuell eingesetzte Drohnen und bewaffnete Roboter werden immer noch von Menschen direkt gesteuert.

Derzeit wird offiziell an semi-autonomen Kampfsystemen, wie etwa die Northrop Grumman X-47 gearbeitet. Dieser unbemannte Tarnkappenbomber kann etwa selbstständig starten, landen, Angriffen ausweichen, das Ziel anfliegen und sogar in der Luft betankt werden. Nur der eigentliche Angriffsbefehl soll noch von Menschen gegeben werden.

Mehr zum Thema

  • Festo: "Maschinen brauchen Menschen"
  • Israel: Mit Chuzpe und Militär zur IT-Macht
  • Boeing-Rakete zerstört PCs über Mikrowellen