Science
24.03.2013

IBM-Technologie ermöglicht Hirn-ähnliche Chips

Eine neue Technologie könnte die Halbleiter-Industrie revolutionieren und den Stromverbrauch von modernen Chips massiv reduzieren. Dazu wird eine spezielle Flüssigkeit eingesetzt, die, ähnlich wie bei Flash-Chips, ihren Zustand auch ohne angelegten Strom speichert.

Eine von IBM entwickelte Technologie könnte die Halbleiter-Industrie revolutionieren und so Moore`s Law noch ein wenig länger Gültigkeit verschaffen. Das Funktionsprinzip ähnelt sehr stark dem des menschlichen Gehirns, bei dem unter anderem Elektrolyte mit bestimmten Ionenzuständen für den Transport und das Speichern von Informationen zuständig sind. Moderne Computerchips arbeiten jedoch nach wie vor mit herkömmlichen Transistoren, die zunehmend an ihre Grenzen geraten.

Um dies zu umgehen wird bei der neuen IBM-Technologie mit einer Flüssigkeit, die mit Ionen versetzt wurde, gearbeitet. In seinem ursprünglichen Zustand leitet die Flüssigkeit nicht, wird jedoch eine Spannung an die Flüssigkeit angelegt, findet ein Ionenfluss statt. Der Zustand wird solange gespeichert bis eine neue Spannung angelegt wird. So könnten Speicher- oder Chip-Technologien entwickelt werden, die, ähnlich wie Flash-Chips, auch ohne laufend angelegten Strom Informationen speichern. Dadurch könnte die notwendige Energie und somit auch die erzeugte Verlustwärme massiv reduziert werden, da kein Erhaltungsstrom erforderlich ist.

Rettung für Moore`s Law
IBM stellte das Forschungsprojekt im März erstmal im Fachmagazin "Science" vor. Das Projekt sei bereits seit Jahren in Entwicklung und komme in ersten Versuchen der Leistung von modernen Halbleitern sehr nahe. Derzeit reiche bereits ein Tropfen von 100 Nanolitern aus für einen derartigen Flüssigkeitsschalter ausreichen. Laut den Forschern könnte diese "Hirn-ähnliche" Entwicklung für eine Verlängerung von Moore`s Law sorgen, das besagt, dass sich die Zahl der Transistoren alle zwei Jahre verdoppelt.

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