Neben fünf Tonnen Nahrung, Wasser, Akkus und sonstigen Ausrüstungsgegenständen brachte Kounotori 6 einige Weihnachtsgeschenke zur ISS

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Science
12/15/2016

Japanisches Raumschiff testet Weltraumschrott-Entferner

Im Rahmen einer unbemannten Versorgungsmission zur ISS wird ein 700 Meter langes elektrodynamisches Seil zur Vermeidung von Weltraumschrott getestet.

Raketenantriebe, die Satelliten am Ende ihrer Einsatzzeit im Erdorbit abbremsen und zum Absturz bringen, sind schwer, teuer und damit unpraktisch. Um herumtreibenden Weltraumschrott zu vermeiden, könnten in Zukunft so genannte elektrodynamische Seile zum Einsatz kommen. Im Rahmen von Kounotori 6 (andere Bezeichnung HTV-6), einer aktuellen Versorgungsmission zur Internationalen Raumstation (ISS) wird solch ein extraterrestrischer Müllentferner getestet.

Das unbemannte japanische Raumschiff Kounotori 6 (auch als HTV-6 bezeichnet) führt ein Experiment namens KITE mit sich. Dieses besteht aus einem 700 Meter langen Seil mit einem 20-Kilogramm-Gewicht am Ende, das nach der Trennung des Raumschiffes von der ISS ausgefahren wird. Elektrodynamische Seile ("electrodynamic tether") sammeln Elektronen aus dem Erdorbit. Die dadurch aufgeladenen Seile interagieren mit dem Erdmagnetfeld und fungieren als Bremse. Wird das Seil und das daran hängende Raumfahrzeug langsamer, stürzt es schneller zurück zur Erdoberfläche, um in der Atmosphäre zu verglühen.

Soweit wird es bei Kounotori 6 allerdings nicht kommen. Das Seil wird eine Woche lang ausgefahren bleiben, während die Bewegung des Endgewichts beobachtet und der Einfluss auf das Raumfahrzeug gemessen werden. Danach wird das Seil samt Gewicht abgekoppelt und Kounotori 6 wird mit konventionellen Triebwerken auf Absturzkurs gebracht.