Science
16.02.2015

Kontaktlinse mit Zoom-Objektiv und Zwinker-Steuerung

Schweizer Forscher haben eine Kontaktlinse entwickelt, die per Zwinkern um das 2,8-fache vergrößert. Die Entwicklung wurde vom US-Militär finanziert.

Schweizer Forscher der Ecole Polytechnique Fédérale de Lausanne (EPFL) haben die neueste Version ihre Sehhilfe vorgestellt, an der sie seit 2013 arbeiten. Es handelt sich dabei um eine Kontaktlinse mit Zoom-Funktion, die durch Zwinkern aktiviert wird.

Als Basis dient eine Vollschalen-Kontaktlinse, die etwas größer als eine normale Kontaktlinse ist. Mit 1,55 mm ist sie nur geringfügig dicker als normale Modelle und soll bequem zu tragen sein. Durch Luftkanäle mit 0,1 mm Durchmesser sollen die Augen mit ausreichend Sauerstoff versorgt werden, damit auch ein langes Tragen möglich ist.

Die 2,8-fache Vergrößerung wird durch winzige Spiegel ermöglicht, die das einfallende Licht zueinander reflektierten. Ein ähnliches Prinzip nutzen Spiegelteleskope in der Astronomie.

Zwinker-Steuerung

Um zwischen normaler und 2,8-facher Vergrößerung zu wechseln, wird eine Brille benötigt. Diese unterscheidet mittels eines Lichtsensors ein gewolltes Zwinkern von Blinzeln. Ein Zwinkern mit dem rechten Auge aktiviert den Zoom. Zwinkert man mit dem linken Auge, ist wieder die normale Sicht aktiv.

Die Kontaktlinse selbst arbeitet passiv und benötigt keine Energiequelle, die Brille allerdings schon. Das System funktioniert mittels Polarisation in der Brille. Je nachdem wie das polarisierte Licht durch die Brille auf die Kontaktlinse fällt, sieht der Träger die einfache oder 2,8-fache Vergrößerung.

Militärentwicklung

Die Entwicklung der Zoom-Kontaktlinse wurde von der DARPA, der Forschungsabteilung des US-Militärs, finanziert. Ursprünglich sollte damit die Sehfähigkeit von Soldaten auf dem Schlachtfeld verbessert werden.

Die Forscher sehen die Einsatzmöglichkeit der Kontaktlinse im medizinischen Bereich für sehbehinderte Menschen, die etwa an altersbedingter Makuladegeneration leiden. Wann die Kontaktlinse Serienreife erreichen könnte, ist noch nicht bekannt.

Auch Google arbeitet an einer Kontaktlinse. Diese soll die Blutzucker-Werte von Diabetikern messen und den Träger bei zu hohen oder niedrigen Werten warnen.