Science
30.03.2016

Kühlschrank-Laser findet verdorbenes Essen

Mit einem Laser lassen sich potenziell gefährliche Bakterien auf Lebensmitteln schnell und einfach aufspüren.

Jedes Jahr leiden Millionen Menschen an Lebensmittelvergiftungen, weil sie mit Bakterien kontaminiertes Essen zu sich nehmen. Tests, die solche Verunreinigungen feststellen können, gibt es zwar, sie sind aber relativ aufwändig. Südkoreanische Forscher haben jetzt eine Methode gefunden, mit der viele schädliche Keime ohne großen Aufwand identifiziert werden können. Dabei werden Lebensmittel mit einem roten Laser bestrahlt. Im entstehenden Streumuster des Lichts hinterlassen viele Bakterien durch ihre Bewegungen Spuren. Alles was nötig ist, um gefährliche Keime zu erkennen, ist eine Kamera, die das Streumuster einige Sekunden lang beobachtet und die Bewegungen der Bakterien analysiert.

Die Technik ist so einfach und kostengünstig, dass sie laut den Forschern in Kühlschränken verbaut werden könnte, um Menschen vor kontaminierten Lebensmitteln zu warnen. Im Experiment haben die Wissenschaftler Hühnerfleisch analysiert, das sie teilweise mit E. coli und Bacillus cereus infiziert haben. Die Streuungsmuster haben sie mit einer Kamera analysiert, die 30 Bilder pro Sekunde aufnimmt. Durch Vergleich der Bilder können die Bakterien erkannt werden. So konnten die Forscher schnell herausfinden, welche Proben verunreinigt waren und in welchem Ausmaß die Erreger sich schon ausgebreitet hatten.

Nur Bakterien

E. coli und Bacillus cereus sind häufig Auslöser von Lebensmittelvergiftungen. Was die Methode nicht leisten kann, ist die Unterscheidung zwischen verschiedenen Erregern. Die Forscher haben in ihren Versuchen festgestellt, dass unbelastete Proben praktisch keine Spuren in der Bewegungsanalyse hinterlassen. Die Laseruntersuchung kann auch aus der Distanz vorgenommen werden und wird durch transparente Folienverpackungen nicht behindert. Entsprechende Systeme könnten demnach ohne Probleme in der Lebensmittelproduktion nachgerüstet werden.

Die Forscher sagen, dass die Technik auch andere schädliche Keime wie Salmonellen erkennen könnte. Verunreinigungen, die nicht bakteriell sind, etwa durch Noroviren, können mit der Laseranalyse allerdings nicht nachgewiesen werden, weil sie keine Veränderungen im Streumuster verursachen. Auch Gifte, die von bereits abgestorbenen Keimen hinterlassen wurden, können so nicht entdeckt werden. Trotzdem glauben die Erfinder, dass ihre Methode die Lebensmittelhygiene verbessern kann, vor allem in Ländern, in denen Testlabors nicht ohne weiteres zur Verfügung stehen.