Science
19.05.2015

L'Oreal will Haut aus dem 3D-Drucker für Kosmetik-Tests

Das Kosmetikunternehmen kooperiert mit einer 3D-Bioprinting-Firma, um zukünftig menschliche Haut im 3D-Druckverfahren herzustellen.

L'Oreal und Organovo haben eine Forschungskooperation angekündigt. Das Ziel ist einen 3D-Drucker zu schaffen, mit dem menschliche Haut erzeugt werden kann. Organovo hat bereits eine Partnerschaft mit Merk, um mit seiner NovoGen Bioprinting-Plattform Leber- und Nierengewebe herzustellen.

Der Hautdrucker wird zwei Druckköpfe haben. Einer ist für menschliche Hautzellen, der andere für eine Hydrogel-Trägermatrix. So sollen Hautproben in kommerziellen Mengen hergestellt werden, um sie für den Test von Kosmetikprodukten und medizinischen Produkten zu nutzen.

Hautzüchtung

L'Oreal führt nach eigenen Angaben seit 2013 keine Versuche mehr an Tieren durch. Das Kosmetikunternehmen züchtet Haut schon seit den 80er-Jahren. Mittlerweile besteht das Team für diese Aufgabe aus 60 Personen. Pro Jahr werden rund 100.000 Hautproben gezüchtet, was in etwa fünf Quadratmetern entspricht.

L'Oreal erhält Haut, die bei plastischen Eingriffen übrig geblieben ist. Die Haut wird in ihre Zellen zerlegt und zu neuen, 0,5 Quadratzentimeter großen Hautproben gezüchtet. Dieser Prozess dauert etwa eine Woche, mit dem Bioprinting-Verfahren soll dies deutlich schneller möglich sein.

Wenn die Kooperation tatsächlich erfolgreich ist, erhält L'Oreal die Exklusivrechte für gedruckte Hautproben für den Test von Kosmetikprodukten. Organovo behält das Recht die Haut für Tests von medizinischen Produkten und für Hauttransplantationen zu verkaufen.