Science
25.02.2016

Laserwaffen bei der Bundeswehr in fünf Jahren denkbar

In maximal fünf Jahren könnten Laserwaffen des Rüstungskonzerns MBDA produktreif sein – vorausgesetzt, die deutsche Armee finanziert die Strahlenwaffen.

Wie Heise berichtet, hat vor Kurzem der Kongress „Angewandte Forschung für Verteidigung und Sicherheit in Deutschland“ stattgefunden. Eines der Themen waren Laserwaffen und deren praktikable Einsatzmöglichkeiten. Laut dem Rüstungskonzern MBDA sei Deutschland führend in der Entwicklung der Laserwaffen. In maximal fünf Jahren könnten entsprechende Systeme produktreif sein. Allerdings müsse die Bundeswehr verstärkt auf Strahlenwaffen setzen, damit laut MBDA diese Führungsposition beibehalten werden kann.

MBDA Deutschland habe nach eigenen Angaben die Machbarkeit nachgewiesen. Das Konzept sieht vor kleine Drohnen und Granaten abzuwehren. MBDA nutzte für bisherige Versuche mehrere Faserlaser, die durch Spiegel zu einem Strahl mit einer Leistung von 10-Kilowatt-Stunden gebündelt wurden. Der Vorteil an Faserlaser sind, dass sie als ausgereift gelten und am Markt verfügbar sind.

Mehr Leistung

Für eine sichere und schnelle Zerstörung von Granaten im Flug würde man aber mindestens 120 Kilowatt benötigen – mit der jetzigen Technologie könne man laut MBDA die Leistung maximal auf 20 Kilowatt erhöhen.

Durch eine geometrische Koppelung von Faserlasern, also das Bündeln mehrerer Laserstrahlen in einer gemeinsamen Spiegeloptik, soll die Leistung von mehr als 120 Kilowatt erreicht werden können. Alternativ könne man andere Lasertechnologien als Basis nutzen, diese seien aber noch nicht erprobt und es sei auch nicht garantiert, dass diese jemals die gewünschte Leistung erreichen.

Weltraumschrott abwehren

Bisher hat die Bundeswehr mehr als 80 Millionen Euro in die Erforschung und Entwicklung von Laserwaffen gesteckt. Für die zivile Nutzung sind solch leistungsstarke Laser derzeit nicht interessant, weshalb ein Großteil der Forschung weiterhin durch die Bundeswehr finanziert werden müsste.

Wolfgang Riede vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt könnte sich einen Einsatz von Hochleistungs-Laser vorstellen, um Weltraumschrott zu beseitigen, der Shuttles und Raumstationen bedroht. Allerdings bräuchte man dazu einen extrem starken Laser, der technisch jetzt noch nicht umsetzbar ist.

Günstige Abwehr

Die Motivation für die militärische Nutzung von Laserwaffen ist ähnlich wie bei Rail Guns. Die Kosten für das Abfeuern sind deutlich geringer als mit bisherigen Waffen. Es ist zwar schon jetzt möglich kleine Drohnen und Granaten mit Lenkwaffen oder Projektilen von Nahbereichsverteidigungssystemen abzufangen, allerdings übersteigen die Materialkosten des Abwehrfeuers bei Weitem den Wert von Granaten und kommerziellen Drohnen.