Science
29.12.2015

Mini-Kameras zeigen Werkzeuggebrauch von Krähen

Ein britisches Forscherteam stattete Krähen mit Mini-Kameras aus. Diese zeigten erstmals, dass Krähen in freier Wildbahn Werkzeuge bauen, um zu Nahrung zu kommen.

Krähen basteln sich Haken, um Insekten oder deren Larven aus Löchern oder Rinden zu fischen. Diese Praxis wurde bereits bei Krähen in Labor-Experimenten beobachtet, in freier Natur gelang dies bisher jedoch nicht. Ein britisches Forscherteam verwendete deshalb Mini-Kameras, die mit Hilfe eines biologisch abbaubaren Gummis an den dicken Schwanzfedern der Vögel befestigt wurde. Auf den Aufnahmen der Videokameras ist erstmals zu sehen, dass Krähen auch in ihrem natürlichen Lebensraum Werkzeuge zur Nahrungsbeschaffung einsetzen.

Energiespar-Pausen

Wie Ars Technica berichtet, veröffentlichten die Forscher Jolyon Troscianko und Christian Metz ihre Ergebnisse im Fachjournal Biology Letters. Die eingesetzten Mini-Kameras wurden über Tage hinweg jeweils für einige Minuten aktiviert, um Batterien zu sparen. Nach etwa einer Woche war die Gummi-Befestigung soweit abgebaut, dass die Kameras zu Boden fielen, wo sie von den Forschern eingesammelt wurden.

Ort des Experiments war die pazifische Insel Neukaledonien. Dort lebt eine Gruppe von Krähen in einem Wald, die bereits mehrmals beobachtet worden ist. Sie zeichnet sich durch besonders geschickten Werkzeuggebrauch aus. Man vermutet, dass die Krähen der Gruppe ihr technisches Wissen innerhalb ihrer Gruppe weitergeben.