Science
06.02.2018

Musk: 50-prozentige Chance, dass Falcon Heavy explodiert

Heute soll die "Falcon Heavy"-Rakete von SpaceX ins All geschossen werden. Firmengründer Elon Musk ist sich nicht sicher, dass alles wie geplant ablaufen wird.

"Die Erfolgsaussichten sind nicht supertoll. Ich bin optimistisch, aber nicht sicher, ob die Fakten das rechtfertigen. Nach meinem Gefühl haben wir eine Zweidrittelchance auf Erfolg, in der Realität liegt die Aussicht aber wohl nur bei 50:50", sagt Musk im Gespräch mit arstechnica.

Bereits im Juli vergangenen Jahres hat sich Musk zu den Erfolgsaussichten des Jungfernflugs geäußert: "Falcon Heavy benötigt die gleichzeitige Zündung von 27 Orbital-Raketen. Es sind viele Risiken damit verbunden. Die Chancen sind wirklich hoch, dass sie es nicht in den Orbit schafft. Ich hoffe sie fliegt weit genug weg, damit sie nicht die Startplattform beschädigt – das würde ich als Sieg sehen."

Eine der größten Sorgen des SpaceX-Gründers und Tesla-Chefs ist, dass es zu unerwarteten Wechselwirkungen zwischen den einzelnen Boostern des Antiebs kommen könnte. "Die Raketen sind sehr flexibel. Wenn sie sich auf unerwartete Art verformen, könnten sie einander beeinflussen", sagt Musk.

Die Falcon Heavy nutzt drei Falcon-9 Antriebsstufen. Das bedeutet nicht nur dreimal soviel Lärm, sondern auch eine Multiplikation der auftretenden Vibrationen. Eine unerwartete Resonanz in der Struktur könnte katastrophal sein. Da es sich um einen ersten Testflug handelt, wird die Falcon Heavy aber nicht bis an ihre Grenzen beansprucht.

"Das ist ein Softball-Flug", sagt Musk. Mit dem Versuch will der Unternehmer beweisen, dass er Ladung direkt in geostationäre Umlaufbahnen transportieren kann. Damit wäre eine der Grundvoraussetzungen der US Airforce für sicherheitsrelevante Transportflüge erfüllt.

Tesla Roadster in der Umlaufbahn

Nach erreichen des gewünschten Orbits soll die Falcon Heavy sechs Stunden lang dort verweilen, bevor die Triebwerke erneuzt zünden, um den Tesla-Roadster, der sich im Laderaum befindet, weiter ins Weltall zu befördern. "Das sechsstündige Driften wird bei vielen Air-Force-Missionen gebraucht, um Objekte direkt in einen geostationären Orbit zu bringen.

Der Tesla Roadster soll am Ende auf einer Umlaufbahn um die Sonne, die zwischen Erde und Mars liegt, seine Bahnen ziehen. Je nachdem, wie gut der letzte Schub durch die Rakete funktioniert, soll der Tesla 380 bis 450 Millionen Kilometer von der Erde entfernt ausgesetzt werden.