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Wasserkraft Nußdorf: Testlauf für neue Kompakt-Turbine.

Foto: VERBUND
Ein neuer Turbinentyp aus Österreich bietet enormes Potential für Wasserkraftwerke. Nun wird ein Prototyp im Donau-Kraftwerk Nußdorf erstmals in der Praxis getestet. Die Turbine ist Ergebnis eines 1,2 Millionen Euro teuren Forschungsprojektes.

Pünktlich zum Danube Day, dem internationalen Tag der Donau, beginnen VERBUND, Wien Energie und EVN mit dem Test eines neuen innovativen Turbinentyps im Donau-Kraftwerk Nußdorf. Diese Entwicklung der österreichischen Firma Kössler bietet neben technischen und ökologischen Vorteilen bei kleineren Anlagen die große Chance, neue und bislang nicht nutzbare Wasserkraftstandorte zu erschließen. Kleiner, leichter, effizienter, wartungsärmer und umweltfreundlicher soll StreamDiver neue Wege bei kleineren Wasserkraftanlagen aufzeigen. Entwickelt wurde der neue Turbinentyp im Rahmen eines 1,2 Mio. Euro teuren Forschungs- und Entwicklungsprojektes durch Kössler GmbH gemeinsam mit VERBUND, Wien Energie GmbH, EVN, und Grenzkraftwerke GmbH. Unterstützt wird das Projekt von der österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft.

Prototyp Matrix-Turbine Forschung EVN Wienstrom Kössler Voith Innovation
Foto: VERBUND

Das Konstruktionsprinzip ist simpel: Eine starre Propellerturbine mit direkt angekoppeltem Generator spart Platz und reduziert die technische Komplexität. Dadurch werden auch mögliche Fehlerquellen und Wartungsaufwand reduziert. Die modulare Konstruktion erleichtert den Einbau in bestehende Anlagen und die optimierte Planung von neuen Wasserkraftanlagen. Neben der Reduktion der Kosten standen bei der Entwicklung von StreamDiver auch ökologische Verbesserungen im Fokus. Die Lager sind mit Flusswasser geschmiert und somit erfolgt der Betrieb der Kompaktturbine komplett ölfrei. Auf wartungsintensive Dichtungssysteme wird verzichtet, da der Turbinen-Generatorstrang vollständig mit Wasser gefüllt ist.

Großes Potential
Aufgrund dieser Vorteile soll StreamDiver die wirtschaftliche Stromerzeugung aus Wasserkraft auch an Standorten ermöglichen, an denen nur geringe Fallhöhe und nutzbare Wassermenge zur Verfügung stehen.Das Potenzial solcher Anlagen liegt nach vorsichtigen Schätzungen alleine in Österreich bei mehreren hundert Gigawattstunden und entspricht damit dem Strombedarf von über 100.000 Haushalten. Zunächst muss sich der Prototyp mit einer Leistung von 446 Kilowatt im Dauereinsatz bewähren. Dazu werden eine der bestehenden Dotierturbinen des Gemeinschaftskraftwerks Nußdorf am Donaukanal durch den Prototypen ersetzt und umfassende Testläufe unter realen Einsatzbedingungen durchgeführt.

(futurezone) Erstellt am 29.06.2012, 14:00

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