Science
07.07.2014

Österreichs Nano-Satelliten bekamen Partner

Die BRITE-Konstellation wird auf vier Satelliten erweitert. Die ersten beiden von insgesamt sechs Satelliten kommen aus Österreich.

Die österreichischen Nano-Satelliten "TUGSAT-1" und "UniBRITE" wurden 2013 als erste von sechs Satelliten der Mission "BRITE" ins All geschickt. Sie sammeln erfolgreich Daten über Helligkeitsschwankungen massiver, sehr heller Sterne. Jüngst wurde die Konstellation auf vier künstliche Trabanten erweitert, der Kontakt zum fünften werde noch gesucht, so Otto Koudelka von der TU Graz im APA-Gespräch.

Helligkeit von Sternen

Sternenkameras in jedem der Satelliten sollen die Fluktuationen der Helligkeit von massereichen, sehr hellen Sterne mit bisher nicht erreichter Genauigkeit messen. Astronomen erwarten sich davon neue Aufschlüsse über die inneren Vorgänge der instabilen Himmelskörper. Das diene letztlich der Verbesserung der Theorien über die Entstehung des Universums, erläuterte Otto Koudelka, Leiter des Grazer Teilprojektes " BRITE Austria/ TUGSAT-1". Die Satelliten befinden sich auf Orbits in rund 800 km Höhe bei einer Umlaufzeit von rund 100 Minuten, für die Bodenstationen in Graz, Warschau und Toronto sind die Satelliten pro Umlauf rund zehn Minuten in Empfangsreichweite. Der Einsatz mehrerer Satelliten erhöht die Datenmenge.

Sehr zufrieden zeigte sich Koudelka über die ersten Messergebnisse des in Graz gebauten Satelliten: "Unser TUGSAT-1 beobachtet seit März 16 Sterne im Sternbild Centaurus. Das wissenschaftliche Datenvolumen konnte auf das Neunfache der ursprünglichen Spezifikation gesteigert werden", so der Leiter des Instituts für Kommunikationsnetze und Satellitenkommunikation in Graz. Zuvor wurden ab November 2013 bereits erste Zeitreihen heller Objekte im Sternbild Orion, das eine Vielzahl relativ junger Sterne und sie umgebende Gas- und Staubscheiben aufweist, aufgenommen.

Kanadische Neuzugänge

"Mittlerweile sind vier der sechs Satelliten der BRITE-Konstellation im All und senden Daten: Neben den beiden österreichischen, ein polnischer und ein kanadischer Satellit", so Koudelka. Mit dem zweiten kanadischen Satelliten, der wie sein Zwillingsbruder Mitte Juni ins All geschossen wurde, konnte noch kein Kontakt hergestellt werden. "Wir haben mit BRITE-Toronto zwei Stunden nach dem Start den Erstkontakt aufgenommen. Er ist lagestabilisiert und hat bereits Sternenbilder gesendet. Bei BRITE-Montreal muss der Schluss gezogen werden, dass keine Trennung von der Oberstufe der Transportrakete erfolgt ist", erklärte Koudelka.

Für das Gesamtprojekt sei das zwar "eine gewisse Einschränkung der Datenfülle, aber kein Desaster". Grundsätzlich gebe es mehr als zwei Wochen nach dem Raketenstart noch "eine gewisse Hoffnung", dass die Fixierung des Nano-Satelliten durch UV- und radioaktive Strahlung spröde werde und der künstliche Trabant freigesetzt wird. Der letzte - polnische - BRITE-Satellit soll im August gestartet werden.

Neuausrichtung

"Ab August schauen wir ein neues Sternenfeld an, da dann die Sichtbarkeit auf die Sterne von Centaurus nicht mehr optimal ist", schilderte Koudelka. Welches Sternenbild man dann anvisiert wird, werde demnächst bekannt gegeben. Zwei wissenschaftliche Publikation wurden bereits zur Veröffentlichung eingereicht, weitere werden für September zum Astronautenkongress in Toronto vorbereitet.

Wer sehen will, wie UniBRITE und BRITE Austria/ TUGSAT-1 aussehen, kann dies im Technischen Museum tun. Ein Modell der Nanosatelliten ist dort im Rahmen der Weltraumausstellung SPACE zu sehen.