Science
12.04.2016

Radical Atoms: Moderne Alchimisten auf der Ars Electronica

Das diesjährige Ars Electronica Festival begibt sich auf die Suche nach dynamischen Materialien und widmet sich den Alchemisten unserer Zeit.

Das Festival, das vom 8. bis 12. September in Linz stattfindet, geht der Frage nach, wie man die Beschränkungen aufheben kann, denen Atome im Gegensatz zu virtuellen Bits unterliegen - und wie man so Materialien mit völlig neuen Eigenschaften erzeugt. Das thematische Konzept wurde am Dienstag vorgestellt.

Als Scientific Advisor wurde Hiroshi Ishii gewonnen. Er ist Professor für mediale Kunst und Wissenschaft am Bostoner MIT und war bereits früher zu Gast bei Ars Electronica. Ishii geht in seiner Vision, die er „Radical Atoms“ nennt, von einer neuen Generation von Materialien aus, die ihre Formen dynamisch ändern können. Es sei möglich, diese Stoffe mittels Computer zu transformieren und auch wieder zu rekonfigurieren, so die Annahme.

Zukunftsmusik

Der Versuch, Materialien zu entwickeln, die ihre Form verändern und mit dem Menschen interagieren können, klingt nach extremer Zukunftsmusik. Daher greift Ars-Electronica-Leiter Gerfried Stocker zum Vergleich mit Alchemisten: Diese haben Gold oder ein Unsterblichkeitselexier gesucht und dabei Schwarzpulver und Porzellan entdeckt, „auch nicht das Schlechteste“. Für seine Kollegin Christine Schöpf geht es um die Frage, „was kommt nach dem Internet der Dinge, nach den selbstfahrenden Autos?“

Wohl auch deshalb, weil die Forschung in diesem Bereich noch in den Kinderschuhen steckt, geht es bei der Ars Electronica 2016 auch um die Menschen dahinter. Wie, wo und mit wem arbeiten diese modernen Alchemisten, was treibt sie an, diesen utopisch anmutenden Visionen nachzujagen und daran zu forschen?

Die Themenausstellung wird von MIT und Ars Electronica Future Lab gemeinsam kuratiert. Für die Bespielung des Festival Campus ist die Pekinger Tsinghua University verantwortlich. Die Örtlichkeiten der einzelnen Veranstaltungen stehen noch nicht fest. Nach dem Vorjahr, in dem es eine große Ausstellung im - danach als Flüchtlings-Transitquartier genutzten - ehemaligen Postverteilzentrum gab, haben die Organisatoren Geschmack daran gefunden, in die Stadt hinauszugehen.