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Raumfahrt Raumsonde Cassini soll Saturn-Ringe durchfliegen.

Im Juli 2013 schoss Cassini dieses Bild vom Saturn. Als kleine Punkte in der Distanz sind darauf auch Erde, Venus und Mars zu sehen. Eine detailliertere Darstellung gibt es <a href="https://www.nasa.gov/mission_pages/cassini/multimedia/pia17171.html">hier</a>.
Im Juli 2013 schoss Cassini dieses Bild vom Saturn. Als kleine Punkte in der Distanz sind darauf auch Erde, Venus und Mars zu sehen. Eine detailliertere Darstellung gibt es hier. - Foto: REUTERS/NASA
Am Ende ihrer Mission soll die Raumsonde Cassini 22 Mal zwischen den Ringen des Saturn durchfliegen und danach in den Gasplaneten stürzen.

Es geht auf das Ende von "Cassini" zu, doch dieses Ende soll spektakulär werden: Mit einem "großen Finale" soll die Raumsonde der US-Raumfahrtbehörde NASA ab dem 26. April 22 Mal zwischen dem Saturn und seinen Ringen durchfliegen. Mitte September soll Cassini dann kontrolliert in den Planeten stürzen und damit die 1997 gestartete und 2004 in der Umlaufbahn des Saturn angekommene Mission offiziell beenden.

Noch nie zuvor

"Noch nie ist ein Raumschiff durch diese einzigartige Region geflogen, die wir kühn gleich 22 mal durchqueren wollen", sagt NASA-Manager Thomas Zurbuchen. "Was wir von Cassinis wagemutigen abschließenden Umkreisungen lernen werden, wird unser Verständnis davon verbessern, wie gigantische Planeten und Planetensysteme überall sich formieren und entstehen. Das ist wirklich Entdeckung in Aktion bis zum Schluss."

Rund 2400 Kilometer liegen zwischen dem Gasplaneten Saturn und seinen Ringen. "Basierend auf unseren Modellen erwarten wir, dass diese Lücke frei von Partikeln ist, die groß genug wären, um die Sonde zu beschädigen", sagt NASA-Manager Earl Maize. "Aber wir sind vorsichtig und benutzen unsere große Antenne bei der ersten Durchquerung wie ein Schild, um zu sehen, ob es sicher ist, unsere wissenschaftlichen Instrumente bei weiteren Durchquerungen dieser Umgebung auszusetzen. Es gibt definitiv einiges Unbekanntes, aber das ist einer der Gründe, warum wir solche waghalsige Forschung am Ende der Mission machen."

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Konzeptdarstellung der Raumsonde Cassini vor den Saturn-Ringen - Foto: REUTERS/NASA

Titan lenkte Flugbahn ab

Zunächst flog Cassini am 22. April noch einmal sehr nah am Saturn-Mond Titan vorbei. Durch dessen Anziehungskraft wurde die Laufbahn von Cassini verändert und in die Lücke zwischen Saturn und Ringen hineingelenkt. Bei den Durchquerungen soll Cassini die Struktur des Saturns und der Ringe näher untersuchen, die ersten Proben der Atmosphäre des Saturns und von Ring-Partikeln entnehmen und Nahaufnahmen machen.

Nach 22 Durchquerungen ist es am 15. September dann Zeit zum Abschied nehmen: 20 Jahre nach dem Start soll sich die 12 600 Kilogramm schwere Sonde kontrolliert in den Saturn stürzen - und bis zum Schluss noch Daten zur Erde senden.

Ozean auf Enceladus

Die gemeinsam mit der Europäischen Raumfahrtagentur ESA und der Italienischen Raumfahrtagentur ASI durchgeführte mehr als 3,2 Milliarden Dollar teure Mission gilt aber bereits vor dem "großen Finale" als Erfolg. Unter anderem mit mehreren nahen Vorbeiflügen an den Monden des Saturn hat Cassini einiges gefunden, was Wissenschaftler begeisterte - unter anderem einen Ozean auf dem Mond Enceladus, der möglicherweise Leben dort zulassen könnte, und flüssige Methan-Seen auf dem Mond Titan.

Aber das Beste könnte erst noch bevorstehen: "Cassini wird einige seiner herausragendsten Entdeckungen am Ende ihres langen Lebens machen", sagt NASA-Wissenschaftlerin Linda Spilker. "Cassinis großes Finale ist so viel mehr als ein finales Abtauchen. Es ist ein aufregendes letztes Kapitel unserer Sonde und so reich an Wissenschaft, dass es die offensichtliche Wahl zum Abschluss der Mission war."

(dpa) Erstellt am 26.04.2017, 15:00

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