Science
16.01.2017

Rekordversuch gescheitert: Japanische Mini-Rakete abgestürzt

Die SS-520-4 wäre die kleinste Rakete gewesen, die jemals ein Objekt in den Orbit transportiert hätte.

Die japanische Weltraumagentur JAXA wagte am Samstag einen Rekordversuch. Mit der Rakete SS-520-4 sollte ein etwa drei Kilogramm leichter Mini-Satellit in die Umlaufbahn gebracht werden. Das Besondere dabei: Die SS-520-4 wäre die kleinste Rakete gewesen, die das je geschafft hätte.

Die Betonung liegt auf hätte. Die erste Stufe zündete planmäßig. Bei einem geplanten Check vor der Zündung der zweiten Stufe gab es ein Kommunikationsproblem zwischen Rakete und Bodenstation. Die Zündung der zweiten Stufe wurde deshalb nicht eingeleitet und der Flug damit abgebrochen. Die SS-520-4 stürzte, wie für diesen Fall vorhergesehen, in den Pazifik, südöstlich vom Raumhafen.

Die SS-520-4 ist 9,65 Meter hoch, hat einen Durchmesser von 52 Zentimeter und wiegt 2,6 Tonnen. Das Ziel der Entwicklung ist eine Nutzlast von bis zu 140 Kilogramm in eine Höhe von 800km bringen zu können. Zum Vergleich: Die Falcon-9-Rakete von SpaceX ist 68 Meter hoch, hat einen Durchmesser von 3,7 Meter und wiegt über 500 Tonnen.

Der Start war Teil eines Projekts der JAXA, möglichst kostengünstige Raketen zu entwickeln, um damit kommerzielle Weltraumtransporte anbieten zu können. Mehrere Privatunternehmen arbeiten derzeit an Mini-Satelliten. Doch selbst wenn die Satelliten kostengünstig gebaut werden können, ist der Transport ins All derzeit noch sehr teuer. Der Bau und Start der SS-520 soll insgesamt weniger als fünf Millionen US-Dollar gekostet haben. Soll ein Satellit mit der Falcon 9 in den Weltraum gebracht werden, verrechnet SpaceX laut Listenpreis 62 Millionen US-Dollar dafür.