Science 03.12.2015

Satellit "LISA Pathfinder" ins All gestartet

LISA © Bild: ESA

Der Satellit soll Messtechniken für die bereits von Albert Einstein vorhergesagten Gravitationswellen erproben.

Am Donnerstagmorgen ist der Satellit LISA Pathfinder (LISA steht für Large Interferometry Space Antenna) erfolgreich mit einer Vega-Rakete von Französisch-Guyana aus ins All gestartet, wie die ETH Zürich in einer Presseaussendung mitteilt. Der Satellit soll die Messtechnik erproben, mit der in kommenden Missionen Gravitationswellen nachgewiesen werden sollen. Albert Einstein hat in seiner Allgemeinen Relativitätstheorie vor 150 Jahren vorhergesagt, dass energiereiche Vorgänge im Universum, etwa explodierende Sterne oder schwarze Löcher, Gravitationswellen verursachen sollten, die den Raum stauchen und dehnen und so nachweisbarsein sollten. Bislang ist der Nachweis nicht geglückt, was vor allem daran liegt, dass die Verzerrungen des Raums extrem gering sind und deshalb sehr genaue Messungen notwendig sind. Das internationale Projekt LISA Pathfinder ist ein Projekt der ESA und ein Vorprojekt zum direkten Nachweis von Gravitationswellen, der in einer Mission im Jahr 2034 unter dem Namen eLISA gelingen soll – LISA steht für Large Interferometry Space Antenna.

Lisa soll die Gravitationswellen messen, indem zwei Massen weit voneinander entfernt im Raum positioniert werden. Der Abstand der zwei Messgeräte sollte sich minimal verkürzen, wenn eine Gravitationswelle durchläuft, weil der Raum gestaucht wird. Die dafür erforderliche Messgenauigkeit liegt bei einigen Picometern, einem Bruchteil des Durchmessers eines Atoms. Die Mission misst präzise kleinste Abstandsveränderungen zwischen zwei Würfeln aus einer Gold-Platin-Legierung. «Im All können wir unerwünschte Effekte auf die Messungen wie Bodenvibrationen ausschliessen», erklärt ein beteiligter Forscher. Im Folgeprojekt eLISA werden drei Satelliten zusammengeschaltet, was die Beobachtung von zwei Testmassen erlauben wird, die gut eine Million Kilometer voneinander entfernt sind. Das entspricht rund dem 25-Fachen des Erdumfangs. Ein derart langes und sensitives Interferometer wird die Gravitationswellen, die durch die energiereichsten Prozesse im Universum ausgestrahlt werden, messen können und könnte auf der Erde nicht gebaut werden.

( futurezone ) Erstellt am 03.12.2015