Science
26.05.2015

Sensoren in Handys erlauben Überwachung von U-Bahn-Fahrten

Hacker, die sich auf Smartphones Zugriff auf die Bewegungssensoren verschaffen, können die U-Bahn-Fahrten der Handybesitzer mit hoher Genauigkeit nachvollziehen.

Chinesische Forscher haben herausgefunden, dass sich über Bewegungssensoren wie etwa die Beschleunigungsmessgeräte in modernen Smartphones exakte Bewegungsprofile der Handybesitzer erstellen lassen, wie DailyDot schreibt. In einer Studie konnten die Wissenschaftler die Routen, die Testpersonen mit der U-Bahn zurücklegten, mit einer Genauigkeit von bis zu 92 Prozent ermitteln. "Wenn ein Angreifer einen Smartphonenutzer einige Tage lang auf diese Weise beschattet, kann er daraus den Tagesablauf des Besitzers ableiten und den Arbeitsplatz und das Zuhause identifizieren, was eine Gefahr für die Sichereit darstellen kann", schreiben Jingyu Hua, Zhenyu Shen und Sheng Zhong von der Nanjing University.

Akkuverbrauch

Durch die Erfassung mehrerer Handys gleichzeitig sei es zudem möglich, Rückschlüsse auf die Beziehungen zwischen Personen zu ziehen, so die Forscher weiter. Das Überwachen der Bewegungen funktioniert auch, wenn das Telefon keine Verbindung zu GPS-Satelliten oder Mobilfunknetz hat. Der Zugriff auf die Beschleunigungssensoren ist laut den Erkenntnissen der Wissenschaftler zudem weit weniger gut gesichert als der auf das GPS-Signal. Jede U-Bahn der Welt hat einen eigenen Fingerabdruck, wodurch die Bewegungsinformationen während einer U-Bahn-Fahrt eine eindeutige Zuordnung zu einer Strecke erlauben.

"U-Bahnen laufen auf Schienen, was eine Unterscheidung des Signals von dem in Autos oder Bussen erlaubt", heißt es in dem Bericht der Forscher. Hacker könnten sich das zunutze machen, indem sie Malware programmieren, die Zugriff auf Daten über die U-Bahn-Netze hat. Dann könnten durch den Zugriff auf die Beschleunigungssensoren die U-Bahn-Fahrten dokumentiert werden. In Nanjing haben die Wissenschaftler bei ersten Versuchen eine Genauigkeit zwischen 70 und 92 Prozent erreicht. Erkennen könnten Nutzer eine solche Attacke eventuell durch gesteigerten Akkuverbrauch.

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