Stromnetze
09/30/2011

Smart Grid-Testlauf im "Solar Valley" geplant

Die Energie AG (EAG) und das Land Oberösterreich wollen in der Gemeinde Eberstalzell, wo seit gut einem Jahr das größte Solarkraftwerk Österreichs in Betrieb ist, einen Testlauf für intelligente Stromnetze (Smart Grids) starten.

140 Haushalte können theoretisch an dem Versuch teilnehmen. Zumindest 100 von ihnen hoffen EAG-Generaldirektor Leo Windtner und Umweltlandesrat Rudi Anschober (Grüne) mit einer speziellen Förderung für eine Photovoltaikanlage dafür zu gewinnen. In einer Pressekonferenz am Freitag in Linz präsentierten sie Details.

Das Solarkraftwerk in Eberstalzell, das im ersten Betriebsjahr 1,7 Mio. Kilowattstunden (kWh) Strom erzeugt hat, sei ein „exzellenter Feldversuch“, so Windtner. Nun soll dieser ausgeweitet werden. Mit zwei Trafostationen wurden 140 der insgesamt rund 900 Haushalte des Ortes zu einem eigenen Energie-„Mikrokosmos“ zusammengeschlossen, die Teilnetze zu „intelligenten Stromnetzen“ umgebaut. In diesem Areal will man nun mit einer Förderung über 100 Teilnehmer rekrutieren, die dann gemeinsam mit dem Kraftwerk die Hälfte des jährlichen Stromverbrauchs der Gemeinde decken.

Förderung und Eigenanteil
Die Interessenten erhalten jeweils eine Anlage mit einer Leistung von etwa fünf Kilowatt. Das Land schießt rund 10.000 Euro zu, um die 8.000 Euro muss der jeweilige Haushalt selbst tragen. Die Investition soll sich nach neun Jahren amortisieren, rechnete EAG-Technik-Vorstand Werner Steinecker vor. Bis Herbst 2012 sollen die Anlagen fertig sein.

Laut EAG ist damit zu rechnen, dass man 30 bis 40 Prozent der erzeugten Energie selbst verbraucht, der Rest kann mit einer Vergütung von derzeit 7,84 Cent pro Kilowattstunde ins Netz eingespeist werden.

Versuch soll zwei Jahre dauern
Der Versuch, der vorerst mit einer Laufzeit von zwei Jahren angelegt ist, soll zeigen, wie intelligente Netze in der Praxis funktionieren. Bei den Trafostationen wird gemessen, wie sich das System zu verschiedenen Tageszeiten, bei unterschiedlichen Wetterlagen oder Verbrauchssituationen verhält. Die Daten werden dann ausgewertet. Das Stromnetz der Zukunft müsse in zwei Richtungen funktionieren, damit „in den vielen Klein- und Kleinstkraftwerken erzeugte Energie eingespeist und zu den Verbrauchern abtransportiert werden kann“, so Steinecker.

In Oberösterreich werde es bis Jahresende rund 4.500 Photovoltaikanlagen geben, erwartet Anschober. Dank des neuen Ökostromgesetzes rechnet er damit, dass ab 2012 jährlich 6.000 weitere dazukommen. Bis 2015 sei sein „erklärtes Ziel“, eine Photovoltaikfläche von einem Quadratmeter pro Einwohner zu erreichen. Im „Solar ValleyEberstalzell soll dieser Wert durch das Solarkraftwerk und das geplante Projekt auf 5 Quadratmeter pro Kopf steigen.