Science
29.10.2017

Spezielle Zutat soll Wodka verträglicher für Leber machen

Ein indischer Pharma-Unternehmer hat eine Formel entwickelt, die Wodka leicht verträglich für die Leber machen soll. Erste Studienergebnisse bestätigen die Behauptung.

Trinken ohne Leberschäden, das verspricht der indische Pharma-Unternehmer Harsha Chigurupati den Konsumenten seiner Wodka-Marke Bellion. Diese verwendet eine selbst entwickelte Formel namens NTX (für "no tox", nicht giftig), die der Leber helfen soll, nach Alkohol-Konsum schneller zu regenerieren. NTX besteht aus Glycyrrhizin, einer Substanz, die aus Lakritze gewonnen wird, D-Mannitol, einem Alkoholzucker, sowie dem Konservierungsmittel Kaliumsorbat. Wie Scientific American berichtet, hat Chigurupati die Wirkung seiner Formel in einer Feldstudie untersucht und die Studienergebnisse zur wissenschaftlichen Überprüfung bereitgestellt.

Die Rutgers University in New Brunswick, New Jersey, hat Studiendesign und Ergebnisse als korrekt bestätigt. Allerdings handle es sich lediglich um eine Vorstudie, merken die Forscher des Center of Alcohol Studies an der Universität an. Lediglich 12 Personen namen daran teil. Sie tranken Wodka mit und ohne NTX, bis sie jeweils einen Alkoholspiegel von 1,2 Promille erreicht hatten. Bei der Gruppe, die Alkohol mit NTX konsumierte, wurden tatsächlich weniger negative Auswirkungen auf die Leber festgestellt. Über Langzeitwirkungen könne diese erste Studie allerdings keinerlei Aussagen treffen, merken die Forscher aus New Jersey an.

Entwickler Chigurupati setzt sich unterdessen dafür ein, seinen Bellion Wodka in den USA mit der Behauptung bewerben zu dürfen, das Getränk reduziere das Risiko von alkoholinduzierten Leberkrankheiten. Rechtsexperten stellen in Zweifel, dass die US Food and Drug Administration (FDA) diesen Werbeslogan ohne Langzeitstudien genehmigen wird. Die Forscher der Rutgers University halten den Slogan für zweifelhaft. Sie befürchten, dass Menschen dadurch zum Trinken ermutigt werden. Chigurupati entgegnet, er wolle Menschen keineswegs dazu ermuten, mehr Alkohol zu trinken. Er wolle lediglich die negativen körperlichen Auswirkungen reduzieren.