Science
15.10.2012

Spinnen-Seide soll Glasfaser ersetzen

Die besonders robuste Seide kann Licht übertragen und wie ein Glasfaserkabel funktionieren. Dabei ist der Seidenstrang deutlich dünner und biologisch abbaubar. Das Material soll im medizinischen Bereich erstmals angewendet werden.

Anstatt über ein Glasfaserkabel könnten Daten künftig über hauchdünne Seidenstränge ihren Weg zurücklegen. Diverse Forschungsteams arbeiten unabhängig von einander an dieser Übertragungsmethode, wie Wired berichtet. Das Interesse an dem Material ist groß, da es gegenüber Glasfaser einige wesentliche Vorteile besitzt. Seide ist grundsätzlich sehr robust und strapazierfähig, weshalb die Einsatzmöglichkeiten wachsen. Des weiteren sind so deutlich dünnere „Kabel" möglich. Dies hat gerade im medizinischen Bereich Vorteile. Dünne Fäden könnten leichter verlegt werden und so Licht an Stellen bringen, um dort Bilder aufzunehmen.

Schließlich ist Seide biologisch abbaubar und wird vom menschlichen Körper nicht abgestoßen. So können etwa Seiden-Stränge verlegt werden, ohne sie nachträglich wieder entfernen zu müssen. Derzeit gehen beim Einsatz eines Seidenstrang im Vergleich zu Glasfaser noch zu viele Daten verloren. Durch spezielle Beschichtungen könnte dies jedoch reduziert werden. Zudem wird noch überlegt, ob man eher Seide von Spinnen oder Raupen verwenden soll.

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