Studie: Web verändert Erinnerungsvermögen

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Studie: Web verändert Erinnerungsvermögen
07/18/2011

Studie: Web verändert Erinnerungsvermögen

Forscher an der Columbia Universität in New York haben festgestellt, dass sich Menschen zunehmend nicht mehr an die Antwort zu komplizierten Fragestellungen selbst, sondern daran erinnern, wo die Information gespeichert ist. Google mache uns aber nicht dümmer, so Forschungsleiterin Sparrow.

von Jakob Steinschaden

Wie eine neue Untersuchung an der Columbia University, New York, zeigt, hat das Internet Auswirkungen darauf, wie sich Menschen an Dinge erinnern. In psychologischen Experimenten (modifizierter Stroop-Test, Anm.) stellten die Wissenschaftler Betsy Sparrow, Jenny Liu und Daniel Wegner fest, dass Probanden sich bei komplizierten Fragestellungen eher daran erinnern, wo sie die Information im Internet finden könnten als an die Antwort selbst.

Den Forschern zufolge, die die Ergebnisse utner dem Titel "Google Effects On Memory: Cognitive Consequences of Having Information at Our Fingertips" im Magazin Science veröffentlichten, fungiere das Web heute zunehmend als "transaktives Gedächtnis": So werden Menschen, die Experten auf einem Gebiet sind, als externe Erinnerungsquellen angesehen. Via Online-Suche ist deren Know-how einfach abrufbar.

Forscher Wegner hatte in einer der Studie vorangegangenen Untersuchung bereits festgestellt, dass Pärchen den jeweils anderen als Erinnerungshilfe verwenden. "Ich glaube nicht, dass uns Google dumm macht", so Forschungsleiterin Sparrow, "Es verändert sich einfach die Art, wie wir uns an Dinge erinnern."

Google verändert DenkenOb und wie das Web im Allgemeinen und Google im Besonderen unser Denken verändert, hat vor allem US-Buchautor Nicholas Carr thematisiert. Mit dem Buch "Wer bin ich, wenn ich online bin...: und was macht mein Gehirn solange? - Wie das Internet unser Denken verändert" und dem Artikel "Is Google making us stupid?" heizte Carr die öffentliche Diskussion an.

In seinen Werlen beschreibt Carr die Auswirkungen des Wechsel von der Buchgesellschaft zur Online-Gesellschaft und führt viele Beispiele an, wie die Internetnutzung etwa neurologische Veränderungen nach sich zieht.

    

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