Laborratten reagieren auf Handystrahlung

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Langzeitexperiment
05/28/2016

Studie zeigt Krebs-Risiko für Ratten durch Handystrahlung

Zwei Jahre lang wurden Laborraten Handystrahlung ausgesetzt. Drei Prozent entwickelten Krebs, alle erkrankten Ratten waren männlich und die Kontrollgruppe starb früher.

Eine Studie des US-amerikanischen National Toxicology Program über die Effekte von Handystrahlung hat aufsehenerregende Erkenntnisse gebracht. Wie TechCrunch berichtet, wurden bei der Studie tausende Ratten über einen Zeitraum von zwei Jahren mit exakten Strahlungsdosen behandelt. Was ist passiert? Zwei bis drei Prozent der bestrahlten Rattengruppe entwickelte Krebsgeschwüre im Kopf und am Herzen. Alle der erkrankten Ratten waren männlich. Und die Kontrollgruppe, die nicht bestrahlt worden war, lebte durchschnittlich kürzer als die bestrahlte Gruppe.

Ein Forschungsbericht über diese Ergebnisse wurde auf der Webseite bioRxiv veröffentlicht. Der Studienendbericht soll allerdings erst nächstes Jahr erscheinen. Das nationale Gesundheitsinstitut der USA beeilte sich, davor zu warnen, voreilige Schlüsse aus der Studie zu ziehen. Die Auswirkungen der Handystrahlung auf Ratten sei nicht gleichzusetzen mit den Auswirkungen auf den Menschen. Vorhergehende Studien hätten gezeigt, dass Handystrahlung nur geringe Effekte auf Menschen habe.

Wissenschaftler diskutieren bereits die Schlussfolgerungen aus dem aktuellen Experiment. Noch ist völlig unklar, warum die bestrahlten Ratten länger lebten. Ebenfalls unklar ist, ob der Prozentsatz der Krebserkrankungen in der Kontrollgruppe gestiegen wäre, wenn die Tiere länger gelebt hätten.