Science 12.11.2012

Supercomputer-Ranking: Titan rast an die Spitze

Der von Nvidia-GPUs unterstützte US-Supercomputer Titan übertraf den Rekordwert aus dem Juni deutlich und setzt sich mit 17,59 Petaflops pro Sekunde an die Spitze. Die USA bauen ihre Führung in der Liste deutlich aus, der einzige österreichische Vertreter verliert 46 Plätze.

Der neue Super-Computer Titan, der vor wenigen Wochen in Betrieb genommen wurde, feierte einen fulminanten Einstand und katapultierte sich an die Spitze der halbjährlichen Top 500-Liste der Supercomputer. Mit 17,59 Petaflop pro Sekunde (Spitzenleistung 27,1 Pflop/s) übertraf Titan den erst im Juni an die Spitze getretenen Sequoia, der 16,32 Pflop/s vorweisen konnte. Sequioa ist der erste Supercomputer mit mehr als einer Million Kernen und pulverisierte die Leistung von K Computer, der aus Japan stammenden Nummer Drei, im letzten Ranking. Nun konnte Titan mit lediglich einem Drittel der Kerne und unter kräftiger Mithilfe von mehr als 18.000 Nvidia-GPUs, die als Co-Prozessoren fungierten, diese Leistung nochmals verbessern. Der Supercomputer ist im Oak Ridge National Laboratory im US-amerikanischen Tennessee aufgebaut und ist als Open Science-System für wissenschaftliche Berechnungen konzipiert.

Der Supercomputer im Oak Ridge National Laboratory
© Bild: NVidia

Tiefer Fall für VSC-2
Die Top 5 des Rankings werden weiterhin von den USA dominiert, erst auf Platz 5 folgt mit JUQEEN, der Supercomputer des Forschungszentrums Jülich, der erste europäische Vertreter. Europas Anteil ist mit 105 Geräten (Juni: 106) weiter gesunken, man liegt immer noch hinter Asien (123, Juni: 122) sowie den USA, die mit 251 Systemen mehr als die Hälfte der Top 500-Vertreter stellen. Die USA führen mit diesem Wert auch die Nationenwertung an. Dahinter verteidigt China mit 72 Supercomputern Rang zwei vor Japan, Großbritannien, Frankreich und Deutschland. Österreichs einziger Vertreter, der VSC-2 des Vienna Scientific Cluster, schaffte es mit 152,9 Tflop/s immerhin noch auf Platz 163, verlor aber im Vergleich zum letzten Ranking 46 Plätze. Im Juni war der Supercomputer erstmals aus den Top 100 herausgefallen.

Höhere Hürden
Immer mehr Systeme durchbrechen die Petaflop-Barriere, mittlerweile sind es bereits 23 Vertreter in der aktuellen Ausgabe. Das sind um drei mehr im Vergleich zum Juni. Aus der Liste lässt sich auch ein deutlicher Trend zu Multi-Core erkennen. So setzen 84,6 Prozent aller gelisteten Systeme auf CPUs mit sechs oder mehr Kernen, knapp die Hälfte (46,2 Prozent) sogar auf acht oder mehr. Die Hürde für einen Einstieg auf der Top 500 Liste ist deutlich gestiegen. Musste man im Juni noch mindestens 60,8 Tflop/s vorweisen, werden jetzt bereits 76,5 Tflop/s benötigt. Einen ähnlichen Anstieg verzeichnete auch die Hürde für die Top 100, bei der der letzte Vertreter immerhin noch 241,3 Tflop/s leistet, vor sechs Monaten waren es noch 172,7 Tflop/s.

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( futurezone ) Erstellt am 12.11.2012