Science
12.08.2016

Tintenfisch-Protein lässt Kleidung von selbst heilen

US-Forscher haben eine Flüssigkeit entwickelt, die Textilien selbstheilende Fähigkeiten verleiht. Die Forschung wurde unter anderem von der US Army gefördert.

Forschern der US-Universität Penn State ist es gelungen, eine Flüssigkeit zu entwickeln, die Stoffe von selbst "heilen" lässt. Dazu wurde eine Flüssigkeit aus Wasser, Bakterien, Hefe sowie dem Protein von Tintenfischzähnen entwickelt. Um Stoff "heilen" zu können, müssen die zerrissenen Elemente zusammen in die Flüssigkeit gelegt werden. Nach kurzer Zeit wird aus den separaten Elementen wieder ein Stück Stoff. Optisch sind die "Nähte" an jenen Stellen, an denen die einzelnen Stoff-Stücke aneinandergelegt wurden, noch deutlich erkennbar.

"Mode-Designer nutzen natürliche Stoffe aus Proteinen wie Wolle oder Seide, die teuer und nicht selbstheilend sind", so Melik C. Demirel, einer der verantwortlichen Forscher. "Wir haben nach einem Weg gesucht, herkömmlichen Textilien selbstheilende Eigenschaften zu verleihen." Laut den Forschern ist das Material widerstandsfähig und kann ohne Probleme wieder gewaschen werden. Das Waschen hätte sogar einen regenerierenden Effekt. Tintenfischzähne reparieren sich von selbst, sobald sie mit Wasser in Kontakt kommen. Ähnlich verhält es sich mit der beschichteten Kleidung, die in Wasser selbstständig kleine Risse und Schäden reparieren würde.

Das Verfahren kann auch genutzt werden, um Kleidung herzustellen, die vor gefährlichen chemischen Stoffen schützt. Das erklärt auch das Interesse der Forschungsabteilungen der US Army und Navy, die das Projekt finanziell unterstützt haben.