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Forschung

Urin kann Handys aufladen

Die Leistung der Bio-Brennstoffzellen ist allerdings noch relativ bescheiden. Nach einem Ladezyklus von 24 Stunden konnte ein Mobiltelefon etwa 25 Minuten lang betrieben werden. Dabei wurde ein sechsminütiges Telefonat geführt und einige SMS verschickt. An längere Gespräche ist derzeit aber noch nicht zu denken.

Und wie funktioniert das Verfahren? Spezielle Bakterien zersetzen im Harn enthaltene Stoffe, wobei Elektronen als Stoffwechselprodukt freigesetzt werden, die sich an einer Anode aus Kohlefasern anlagern. So entsteht ein Stromkreislauf. Als Nebenprodukt entsteht CO². Neben der Stromerzeugung werden dem Urin im geringen Umfang auch Stickstoff, Phosphor und Kalium entzogen, die für das Bakterienwachstum verwendet werden.

Grenzenlose Energiequelle
Um genug Strom für den Betrieb eines Mobiltelefons zu erzeugen, haben die britischen Wissenschaftler mehrere kleine Brennstoffzellen zusammengeschaltet, da kleinere Volumina einen besseren Wirkungsgrad erlauben. Der Urin zirkuliert langsam durch die einzelnen Zellen, um die Mikroorganismen mit frischen Futter zu versorgen.

Allerdings befindet sich die Forschung erst am Anfang. Wissenschaftler experimentieren auch mit Brennstoffzellen, die Klärschlamm und andere menschliche Abfallprodukte zur Stromerzeugung nutzen können. Bei der Stromausbeute gibt es noch reichlich Luft nach oben. Die Forscher freuen sich trotzdem über ihren Erfolg. „Unser Urin ist eine grenzenlose Energiequelle", sagt Wissenschaftler Ioannis Ieropoulos.

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Markus Keßler

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