Start-ups
27.02.2017

Start-up setzt auf neue Generation von Biosensoren

Gründer im Labor: Christoph Sygmund und Alfons Felice (Bild rechts) von DirecSens © Bild: DirectSens

Das Start-up DirectSens misst Blutzucker und Laktose-Gehalt in Milchprodukten mit Biosensoren. Auch im Fitnessbereich soll die Technologie zur Anwendung kommen.

Eine vom Start-up DirectSens entwickelte neue Generation von Biosensoren soll zuverlässige Ergebnisse bei Blutzuckermessungen ermöglichen. Basis für die von dem jungen Unternehmen entwickelte Technologie ist ein spezielles Enzym, das auf Glukose reagiert und den Blutzuckerspiegel von Diabetes-Patienten kontinuierlich messen kann. Gemeinsam mit Partnern aus dem Medizintechnikbereich hoffe man die Technologie 2019 oder 2020 auf den Markt bringen zu können, sagt Christoph Sygmund, der das junge Unternehmen gemeinsam mit vier weiteren Absolventen der Wiener Universität für Bodenkultur gründete.

Die kontinuierliche Blutzuckermessung mit Sensoren anstatt herkömmlicher punktueller Streifentests sei ein Trend der vergangenen Jahre, erzählt Alfons Felice, Mitgründer und Technikchef des Start-ups. Dabei gebe es aber in Bezug auf die Genauigkeit und die Stabilität der Sensoren einige technische Hürden. "Es braucht Innovation."

Neue Generation

Bei der von dem Start-up entwickelten neuen Generation von Biosensoren seien im Gegensatz zu früheren Generationen für den Transfer der analytischen Information nicht mehr Sauerstoff oder andere Substanzen erforderlich, erläutert Felice: "Die Übertragung funktioniert direkt." Dadurch werde die Leistung und Genauigkeit der Sensoren erhöht.

Labortests und vorklinische Versuche zu der Technologie führt das in Klosterneuburg und Wien ansässige Start-up selbst durch. Mit möglichen Partnern, denen die Technologie auf Lizenzbasis angeboten werden soll, sei man bereits im Gespräch, erzählt Sygmund.

Laktose-Schnelltest

© Bild: DirectSens

Bereits im Einsatz ist die von DirectSensentwickelte Technologie bei einem Laktose-Schnelltest. Molkereien, die laktosereduzierte oder laktosefreie Produkte im Sortiment haben, müssen Proben nicht mehr aufwendig im Labor untersuchen lassen, sondern können mit dem LactoSens genannten Gerät den Laktosegehalt innerhalb weniger Minuten feststellen. Bislang habe es keinen einfachen und schnellen Test für den Laktosegehalt gegeben, sagt Sygmund. Mit dem Schnelltest seines Start-ups könnten Molkereien die Produktion überwachen und optimieren und auch die Endkontrolle der Produkte vornehmen.

Der Markt für solche Milchprodukte wachse stark, sagt Felice. Mehr als hundert Messgeräte wurden nach Angaben des Gründers seit dem Start im April vergangenen Jahres weltweit bereits verkauft. "Unsere Geräte sind in Australien, Ägypten, Europa und den USA im Einsatz."

"Klassische Technologiegründung"

Finanziert wurde das Start-up über eine Reihe von Förderungen, darunter Gelder der aws (austria wirtschaftsservice) und der Forschungsförderungsgesellschaft FFG. Seit 2014 hat man auch private Investoren an Bord. "Wir sind eine klassische österreichische Technologiegründung", mein Felice. Seit 2016 generiert das Start-up auch eigene Umsätze.

"Unsere Stärke ist die praktische Umsetzung von Ergebnissen der Grundlagenforschung", erzählen die Gründer. "Das haben wir in den vergangenen Jahren hart gelernt." Neue Projekte sind - gemeinsam mit Partnern - bereits in Planung. Im Visier hat das junge Unternehmen dabei den Fitness- und Lifestyle-Markt. Im Bereich der Körpersensoren zum Tracken von Sport- und Gesundheitsdaten sehe man langfristig die größte Bewegung: "Wearables interessieren uns sehr."

Dieser Artikel entstand im Rahmen einer Kooperation zwischen futurezone und aws (austria wirtschaftsservice).