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Wie Banken mit Fintechs zusammenarbeiten

Wie Banken mit Fintechs zusammenarbeiten

"Wissen, wo man mit seinem Geld steht": So lautet das Motto von Yolt. Die Smartphone-App sammelt Informationen aus verschiedenen Konten bei unterschiedlichen Banken und gibt einen punktgenauen Überblick, wie viel Geld bis zum Monatsende noch zur Verfügung steht. Entwickelt wurde die Anwendung im Innovation Studio des ING-Konzerns in Amsterdam. Verfügbar ist sie vorerst nur in Großbritannien. Wenn am Monatsende das Geld knapp wird, könne mit Yolt die finanzielle Situation erfasst werden, erzählt Benoit Legrand, der bei der ING für die Zusammenarbeit mit Fintechs zuständig ist. "Die App hilft dabei, seine Finanzen besser zu verwalten. Egal bei welcher Bank man seine Konten hat."

Yolt ist eine von zahlreichen Anwendungen, die bei der ING in den hauseigenen Innovationsabteilungen in den Niederlanden und Belgien oder in Zusammenarbeit mit Fintechs entwickelt wurden. Die ING arbeitet in den Niederlanden und in den Belgien intensiv mit Start-ups aus dem Finanzbereich zusammen. In einem Innovationsstudio im Zentrum von Amsterdam wird mit Fintechs, die sich noch im frühen Stadium befinden, an längerfristigen Innovationsprojekten gearbeitet. In einem Fintech-Village in Belgien werden Lösungen mit Kunden getestet. Auch aus der ING Gruppe selbst entstehen Start-ups.

Handyzahlung mit Belohnung

Ein Beispiel dafür ist auch Payconiq. Die App, die derzeit in Belgien getestet wird, ermöglicht das Bezahlen mit mobilen Geräten bei mehr als 16.000 Händlern und kann auch für Loyalitätsprogramme eingesetzt werden. "Wenn sie bei der Bäckerei an der Ecke eine gewisse Punktezahl erreicht haben, können sie einen Gratis-Kaffee bekommen", erläutert Legrand. Das System ermögliche es auch kleinen Händlern solche Programme durchzuführen und komme so Kunden und Händlern zugute. Die belgischen Banken KBC und Belfius haben sich der Plattform mittlerweile angeschlossen.

Wann Payconiq oder Yolt auch in anderen Ländern auf den Markt kommen werden, ist offen. "Wir sind sehr pragmatisch, wenn es in einem Land gut funktioniert und wenn die Kunden damit zufrieden sind, denken wir über die Expansion in andere Länder nach", sagt Legrand. Es kam aber auch schon vor, dass eine App in einem Land funktioniert hat, in einem anderen aber nicht auf genügend Resonanz gestoßen ist.

Überweisungen an Freunde

Das war etwa mit TWYP der Fall. Mit der Anwendung kann Geld in kürzester Zeit von Handy zu Handy transferiert und auch mit Freunden gechattet werden. Die Idee war es, Zahlungen zwischen Freunden zu erleichtern. Während TWYP in Spanien bereits mehr als 300.000 Nutzer zählt, fiel die App in den Niederlanden durch. Mitte Dezember vergangenen Jahres wurde sie eingestellt. Niederländische Nutzer hätten entschieden, dass sie keine weitere App bräuchten, um Geld an Freunde zu überweisen, da diese Funktion auch in der Banking-App der ING angeboten werde, sagt Legrand.

Sofortkredite

Die ING Gruppe geht auch Partnerschaften mit Fintechs ein. Ein solches Start-up ist Kabbage, das mit Sofortkrediten für kleine und mittlere Unternehmen bereits international erfolgreich ist und mittlerweile zu den Unicorns (Anm.: Start-ups, die mit mehr als einer Milliarde Dollar bewertet werden) im Finanzbereich zählt. Mehr als zwei Milliarden Dollar an mehr als 84.000 Unternehmen wurden weltweit bereits vergeben. Kredite von bis zu 100.000 Euro werden von Kabbage innerhalb von vier Minuten geprüft. ING arbeitet mit Kabbage in Spanien zusammen, wo Sofortkredite sowohl bestehenden als auch neuen Kunden angeboten werden. "Fintechs bringen frischen Wind in die Branche. Das bedeutet aber nicht, dass Banken nicht auch innovativ sind", meint Legrand: "Wenn wir uns auf unsere Stärken konzentrieren, haben alle etwas davon: Banken, Fintechs und nicht zuletzt die Kunden."

Disclaimer: Dieser Artikel entstand im Rahmen einer Kooperation mit der ING-DiBa. Die redaktionelle Verantwortung obliegt alleine der futurezone-Redaktion.

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Patrick Dax

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