Coachfox-Gründerin Susanne Klepsch (Mitte) und ihr Team

© /Coachfox/Dominik Tryba

Junge Gründerinnen im Porträt
07/20/2017

Coachfox: "Kein einziger Tag ist Routine"

Professionelles Coaching online zu organisieren, kann mühsam sein. Das österreichische Start-up Coachfox will das ändern. Gründerin Susanne Klepsch im Porträt.

von Martin Stepanek

Wer sich beruflich neu orientieren will oder mit der aktuellen Jobsituation überfordert ist, kann sich über die Plattform Coachfox professionelle Hilfe holen. Das Coaching findet mittels sicherem Videogespräch statt. Alternativ können auch persönliche Gespräche über die Plattform gebucht werden, die sowohl für die User, als auch für professionelle Trainer die Vermittlung sowie die sichere Abwicklung des Bezahlvorgangs verspricht.

Krise als Initialzündung

Die Idee zu einer Coachingplattform kam Susanne Klepsch (26), als sie vor drei Jahren aus familiären Gründen überraschend den eigenen Familienbetrieb übernehmen sollte. „Frisch nach dem WU-Studium war ich mit der Situation und den anstehenden Entscheidungen, überfordert“, sagt sie im futurezone-Gespräch.

Einen Coach zu finden, der kompetent, vor Ort verfügbar und leistbar ist, sei mühselig gewesen. Online sei das Angebot überhaupt dürftig gewesen. Mit einem Mitgründer, der innovative Videotechnologien entwickelte, startete Coachfox im Jänner 2017 offiziell.

„Was mich reizt, ist etwas von null aufzubauen, ganz nach den eigenen Vorstellungen. Das birgt viel Risiko und Ungewissheiten, was einerseits spannend ist, auf Dauer aber auch frustrierend sein kann. In jedem Fall lernt man enorm viel dabei, auch weil man alles gleichzeitig und selber machen muss. Kein einziger Tag ist Routine“, sagt Klepsch.

Gegen den Stillstand

Einen traditionellen Karriereweg einzuschlagen, ist für die Start-up-Gründerin derzeit kein Thema, auch wenn Vorteile wie feste Arbeitszeiten und ein regelmäßiges Gehalt nicht von der Hand zu weisen seien. „Natürlich gibt es auch in Konzernen Ausbildungsprogramme, in denen man viel lernt. Ich denke, das ist für meine Generation das wichtigste. Sobald ein Job zur Routine wird, werden wir ungeduldig.“

Dass Frauen als Gründerinnen immer noch in der Minderheit sind, könne daran liegen, dass diese generell vorsichtiger und bescheidener auftreten würden. Möglicherweise habe das auch eine Auswirkung bei Pitchings, wo Behauptungskompetenz besonders wichtig sei. „Mittlerweile gibt es aber viele Initiativen und Netzwerke, die Frauen bei der Umsetzung ihrer Geschäftsideen zugute kommen“, freut sich Klepsch.

Porträtserie

Im Rahmen der Kurier-Serie "Plan K" hat die futurezone mit den jungen Gründerinnen und Gründern von Lobu, Unispotter, Coachfox und Amlogy über ihre Beweggründe gesprochen, warum sie sich für den Weg in die Start-up-Szene entschieden haben.

Teil 1 - Lobu: "Manchmal stressen wir uns zu viel"
Teil 2 - Unispotter: "Der größte Luxus ist die Freiheit"
Teil 3 - Coachfox: "Kein einziger Tag ist Routine"
Teil 4 - Amlogy: "Wollte immer ein Superheld sein"