Start-ups 02.01.2018

Drei Millionen Dollar für Hühnerfleisch aus dem Labor

Geflügelprodukte sind aktuell nur mit Massentierhaltung denkbar - in Zukunft könnte sich das radikal ändern © Bild: REUTERS/BENOIT TESSIER

Das israelische Start-up SuperMeat will Fleisch im Labor züchten und damit Tierhaltung obsolet machen. Daran interessiert ist auch ein großer Geflügelzüchter.

Anstatt Tiere großzuziehen, anzufüttern und zu schlachten, will das israelische Start-up SuperMeat Hühnerfleisch einfach im Labor wachsen lassen. Dadurch sollen fast sämtliche Treibhausgasemissionen, die Landnutzung und der Wasserverbrauch wegfallen, die derzeit für die Tierzucht notwendig sind. Sorgen um Antibiotika oder Schadstoffe im Fleisch brauchen sich Konsumenten auf diese Weise auch nicht mehr machen. Start-ups im Biotechbereich, die an der Entwicklung von "sauberem Fleisch" arbeiten, liegen deshalb voll im Trend.

Wie TechCrunch berichtet, zählt auch Microsoft-Gründer Bill Gates zu den Förderern der Branche. SuperMeat hat nun eine Finanzierungsrunde über drei Millionen Dollar abgeschlossen. Das Geld kommt vom Risikokapitalfonds New Crop Capital, sowie von PHW, Europas größtem Geflügelproduzenten aus Deutschland. Mit den neuen Finanzmitteln will SuperMeat zunächst an der Entwicklung einer Methode arbeiten, wie gut schmeckendes Fleisch künstlich erzeugt werden kann. Danach soll ein Produktionsprozess für die Fleischherstellung im größeren Maßstab entwickelt werden.

Wie Firmengründer Ido Savir - seit 20 Jahren Veganer - erklärt, geht es vorerst nicht darum, ganze Organe von Hühnern - etwa Hühnerbrüste - wachsen zu lassen. Stattdessen soll Hühnerfleisch in einer Form produziert werden, die als Ausgangsmaterial für verarbeitete Lebensmittel, etwa Wurst oder Pastete, dient.

( futurezone ) Erstellt am 02.01.2018