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futurezone Day 2017 Finanzierung für Start-ups: „Coolness alleine genügt nicht“.

Das Panel, v.l.n.r.: Moderator Martin Stepanek, Emanuel Bröderbauer, Katharina Ehrenfellner, Renate Steger, Viktor Pasquali
Das Panel, v.l.n.r.: Moderator Martin Stepanek, Emanuel Bröderbauer, Katharina Ehrenfellner, Renate Steger, Viktor Pasquali - Foto: KURIER/Franz Gruber
Auf dem futurezone day 2017 diskutierten Experten, wie Jungunternehmen zu Kapital kommen können. Die Situation in Österreich sehen die Experten positiv.

Wer ein Unternehmen gründen will, braucht vor allem zwei Dinge: Eine gute Idee und Kapital, um sie zu verwirklichen. Start-ups stehen diverse Möglichkeiten zur Verfügung, um entsprechende Mittel aufzustellen. Banken sind dabei meist nicht der erste Ansprechpartner: „Start-ups in der Anfangsphase sind eher nichts für uns. Wir vergeben zwar Kredite, aber meist in einer späteren Phase“, sagt Emanuel Bröderbauer von der Erste Bank auf dem futurezone-Podium. Es gibt aber Alternativen für ganz junge Unternehmen in Österreich. Diverse Förderprogramme, private Investoren und Crowdfunding beziehungsweise Crowdinvestment machen es möglich, dass gute Ideen früh gefördert werden.

„Wir vergeben sogar Zuschüsse, die nicht zurückgezahlt werden müssen. Wir prüfen die Anträge natürlich entsprechend, um zu entscheiden, wo wir fördern“, sagt Viktor Pasquali vom AWS. Bevor Unternehmen sich um Mittel bemühen, müssen sie also ihre Hausaufgaben erledigen. „Die ersten Schritte muss jeder selbst gehen. Bevor ich um Förderungen oder Investitionen frage, muss ich wissen, wie ich meine Idee umsetze“, sagt Katharina Ehrenfellner von der Crowdinvesting-Plattform Conda. Wer einen Businessplan hat, ist zumindest auf dem richtigen Weg. Bei Conda sammeln Start-ups, die den Bedingungen entsprechen, Geld von der Crowd ein, im Schnitt 200.000 bis 250.000 Euro.

Vorbereitung

„Wir haben bei der AWS um Förderungen angesucht, danach Crowdinvestments gesammelt und von der Gratis-Beratung einer Bank bei der Erstellung von Businessplänen profitiert“, erklärt Renate Steger, Mitgründerin des Start-ups Helga bei der Diskussion. Eine Mischung aus verschiedenen Ansätzen kann also durchaus zielführend sein. Die Banken können dabei, zumindest als Berater, auch früh eine Rolle spielen. „Wir arbeiten mit der AWS zusammen, um hier kostenlose Beratung anzubieten. In einer späteren Phase der Unternehmensgründung sind wir dann auch als Geldgeber relevant. Wir haben alleine in Wien schon 16 Millionen Euro Gründerkredite vergeben. Das ist wichtig, denn auch für Start-ups gilt: Coolness alleine genügt nicht“, sagt Bröderbauer.

Wenn junge Unternehmen sich nach Investoren umsehen, sollten sie auf jeden Fall gut vorbereitet sein. „Ein Businessplan muss keine 80 Seiten haben, aber es ist wichtig zu zeigen, dass man sich auskennt. Auf Basis dieser Dokumente passiert ja auch die Bewertung“, sagt Pasquali. Zudem bietet sich hier eine Möglichkeit, sich von der Masse der anderen Bewerbern abzuheben. „Wir bekommen hunderte von Einreichungen“, sagt Ehrenfellner. Zudem helfen regelmäßig aktualisierte Unterlagen auch dabei, den Überblick zu behalten. „Hier sind Standards wichtig. Das Controlling und das Informieren der Investoren sind ein notwendiges Übel, das man von Anfang an mitbedenken sollte“, sagt Steger.

Insgesamt ist die Situation für Start-ups in Österreich gar nicht so schlecht, so das Fazit der Podiumsexperten. Vor allem für ganz junge Unternehmen gibt es ein vielfältiges Finanzierungsangebot. Risikokapital für die Zeit danach ist dafür nicht ganz so verbreitet. Hier sind viele Unternehmen darauf angewiesen, über die Landesgrenzen hinauszugehen, um entsprechende Angebote zu finden. Das ist vielen Start-ups aber gar nicht unrecht, da sie gleichzeitig auch ihren Markt vergrößern können.

(futurezone) Erstellt am 09.11.2017, 17:03

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