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Wettbewerb Innovation 2 Company: Die Gewinner der Start-up-Challenge.

Foto: WK Wien
Aus 150 Bewerbungen wurden sechs Sieger gewählt. Die Start-ups freuen sich über Preisgeld und die Zusammenarbeit mit renommierten Unternehmen.

Heuer hat Innovation 2 Company bereits zum dritten Mal stattgefunden. Die Veranstalter des Start-up-Wettbewerbs sind die Wirtschaftskammer Wien und Venionaire Capital. „Wir spüren eine stark erhöhte Reichweite. Es gab in etwa 150 Bewerbungen für die sechs Challenges, wovon über die Hälfte aus dem Ausland, natürlich sehr EU-lastig, kam. Ich muss sagen, die Qualität überzeugt mich jedes Mal. Wir hoffen natürlich, dass aus den vielen tollen Lösungsansätzen gewinnbringende Kooperationen für alle Seite entstehen“, sagt Walter Ruck, Präsident der Wirtschaftskammer Wien.

Von den 150 Bewerbungen stammen 67 aus dem Ausland, drei Mal so viele wie im Vorjahr. Dies zeigt, dass Innovation 2 Company auf internationaler Ebene bekannt ist und an Bedeutung gewinnt. Dies hilft dabei Österreich auf die Karte der internationalen Start-up-Szene zu bringen und so bei der Standortwahl von Jungunternehmen eine Rolle zu spielen. Auch die EU hat die Bedeutung von Innovation 2 Company erkannt. Die Initiative wurde 2017 als National Winner bei den European Enterprise Promotion Awards der Europäischen Kommission ausgezeichnet.

Sechs Challenges

Alle Gewinnchancen addiert, ist der Wettbewerb mit einer Million Euro dotiert, an dem auch Microsoft als Technologiepartner beteiligt ist. Im Gegensatz zu anderen Start-up-Challenges, bewerben sich die Start-ups bei Innovation 2 Company nicht bloß in einer Kategorie, sondern mit konkreten Lösungen für renommierte Unternehmen.

Jedes der sechs Unternehmen hat eine eigene Aufgabenstellung. Experten von Venionaire Capital und DealMatrix analysierten alle Einreichungen, danach wurden drei Finalisten pro Unternehmen gewählt. Nach dem Pitch Day, die dem die Start-ups ihre Lösungen den Unternehmen präsentierten, wurden die Sieger gewählt.

Die ÖBB suchte Lösungen für die Optimierung von Reisen mit Gepäck entlang der Customer Journey. Gewonnen hat Locca Lost and Found aus Wien. „Locca hat uns mit einem Produkt überzeugt, dass bereits sehr stark unseren Anforderungen entspricht. Nämlich mit einer erstklassigen technischen Lösung und einem ansprechenden Design. Unter anderem soll ein smarter GPS-Tracker das Wohlbefinden unserer Fahrgäste erhöhen. Schließlich möchten sie stets wissen, dass ihr Gepäck sicher in ihrer Nähe ist. Noch in diesem Jahr streben wir eine Testphase mit unseren Kundinnen und Kunden an“, so Barbara Polak, Leiterin Customer Experience des Fernverkehrs bei ÖBB Personenverkehr.

Augmented Reality

Die Casinos Austria & Österreichische Lotterien Gruppe suchten Lösungen im Bereich Virtual Reality, Augmented Reality oder Mixed Reality. Die Entscheidung wurde gesplittet in eine interne und ein Publikums-Voting, das am Innovation Day der Casinos Austria stattfand. In beiden Kategorien setzt sich das österreichisch/deutsche Start-up HoloLight durch.

„Wir wollen Augmented Reality stärker in unseren Innovationsaktivitäten gewichten. Durch die Zusammenarbeit mit HoloLight erwarten wir und insbesonders im terrestrischen Casino-Umfeld, etwa im Bereich einer interaktiven Spielerklärung, neues Know-How, das wir in dieser Form noch nicht in unserem Unternehmen haben“, so Erich Schuster, Bereichsleiter Information Technologies & Innovation Management bei Casinos Austria.

Deloitte suchte Lösungen im Bereich Digital Enterprise mit Fokus auf Effizienzsteigerung. Gefunden wurde Smashdocs, ein Start-up aus München. Die web-basierte Textverarbeitung erleichtert mit intelligenten Funktionen das gemeinsame Erstellen, Überarbeiten und Produzieren.

Zwei Siege in Folge

Schlumberger forderte von den Bewerbern Data Driven and Data Collecting Solutions. Mit UserGems gewann zum ersten Mal ein Start-up, das bereits im Jahr zuvor als Sieger aus einer der Challenges hervorging.

„Im Rahmen von Innovation 2 Company waren wir auf der Suche nach besonders innovativen Ansätzen im Bereich Data Driven and Data Collecting Solutions – sowohl für bereits bestehende Kunden bzw. unsere Community als auch für die Akquise neuer Kunden in allen relevanten (digitalen) Vertriebskanälen. Das junge Team des Wiener Start-ups Usergems hat uns ein beeindruckendes und maßgeschneidertes Konzept zum Thema ,social community engagement & Aktivierung von Mikro Influencern‘ präsentiert, das wir im kommenden Jahr gemeinsam umsetzen werden,“ sagt Benedikt Zacherl, Mitglied der Geschäftsführung von Schlumberger.

Der Weekend Verlag hat mit Baningo ein Wiener-FinTech zum Sieger gekürt. Zwar ist die Technologie von Baningo ursprünglich für den Finanzbereich gedacht, lässt sich aber auch für andere Bereiche nutzen.

Die Raiffeisen Bank International hat nach Lösungen im Bereich Asset Management gesucht. Gewonnen hat Gauss Algorithmics. Das Start-up aus Tschechien hat eine KI-unterstützte Plattform, die Interessen, demografisches und soziales Verhalten von Website-Besuchern erkennt und analysiert. Die Raiffeisen Bank hat das Start-up zusätzlich in sein Accelerator Programm aufgenommen.

Fortsetzung geplant

Nicht nur die Sieger profitieren von der Teilnahme bei Innovation 2 Company. Durch die Wettbewerbsform und damit verbundenen Veranstaltungen, kann auch der Grundstein für zukünftige Zusammenarbeiten gelegt werden: „Einige der Start-ups waren uns schon aus unseren eigenen Recherchen und Corporate Start-up Aktivitäten bekannt, aber wir konnten auch gänzlich neue Kontakt knüpfen“, so Schuster. „Der größte Mehrwert für uns ist der ständige Lerneffekt und der enge Kontakt zu den Start-ups“, ergänzt Ruck.

Die Planungsphase für die vierte Runde von Innovation 2 Company ist bereits gestartet. „Es laufen die ersten Gespräche mit weiteren Partnern, da wir I2C fortsetzen wollen“, sagt Ruck. Zusätzlich wird Wiener Start-ups mit der Rocket-Science Start-up Academy, die 2018 wieder stattfinden wird, die Möglichkeit geboten, Essentielles zu erlernen, um die Ideen wirtschaftlich umsetzen zu können.

Ebenfalls wird 2018 wieder der Mercur Innovationspreis vergeben. „Der Mercur Innovationspreis der WKW ist als Vorläufer zum Staatspreis Innovation nicht nur für große und etablierte Unternehmen eine Möglichkeit ihre Innovationen zu präsentieren, sondern auch für Start-ups, für die es einen eigenen Preis gibt. Besonders freuen wir uns, dass heuer mehrere Spin-offs von Wiener Universitäten sehr erfolgreich abgeschnitten haben“, sagt Ruck.

(futurezone) Erstellt am 06.12.2017, 12:39

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