Start-ups
05.07.2017

Risikokapital: Frauen werden anders befragt als Männer

Männliche Start-up-Chefs werden meistens über den Wachstum ihres Unternehmens befragt, weibliche über Problemvorbeugung.

Eine Analyse des Harvard Business Reviews wollte der Frage auf den Grund gehen, warum weibliche Unternehmerinnen zwar 38 Prozent aller Unternehmen in den USA besitzen, jedoch nur 2 Prozent des gesamten Risikokapitals erhalten. Sie befasste sich mit Besprechungen zwischen 140 Risikokapitalgebern und 189 Start-up-Chefs, die geführt wurden, um über die Ausgabe eines Risikokapitals zu entscheiden. Dabei wurde festgestellt, dass weiblichen Start-up-Chefs andere Fragen gestellt werden als männlichen.

Weiblichen Unternehmern wurden oft Fragen gestellt, die eher mit der Prävention von Problemen zu tun haben. Etwa werden sie gefragt, wie viele aktive tägliche und monatliche Nutzer sie haben. Sie befassen sich mit möglichen Konflikten und Schwierigkeiten innerhalb des Unternehmens. Fragen an männliche Unternehmer orientierten sich dagegen eher an den Wachstum des Unternehmens. Sie wurden beispielsweise als Gegenstück gefragt, wie sie planen, die Nutzerzahlen zu erhöhen.

Geschlecht der Risikokapitalgeber spielt keine Rolle

Die Tatsache, dass 40 Prozent der Risikokapitalgeber weiblich waren, hatte keinen Effekt auf die Fragestellungen gegenüber weiblichen Unternehmerinnen. Somit würde es also keinen Unterschied machen, wenn die Frauenquote bei Risikokapitalgebern höher wäre. Die Forscher empfehlen, bei Fragen, die eher auf Prävention fokussiert sind, wachstumsorientiert zu antworten.