Start-ups
03/28/2016

Social Media: "Es geht nicht nur um Likes"

Onlim, ein Spin-off der Universität Innsbruck, will mit einem Social-Media-Managing-Tool punkten, das Inhalte versteht und Betrieben beim Geldverdienen hilft.

"Wir glauben fest daran, dass sich die Kommunikation zwischen Kunden und Unternehmen in Zukunft in einem hohen Ausmaß über Social Media abspielen wird", sagt Marc Isop von Onlim. Das Ende vergangenen Jahres von Forschern des Instituts für Semantische Technologien an der Universität Innsbruck gegründete Start-up bietet eine Social Media Management-Lösung an, die Inhalte versteht und sich vor allem an Firmen richtet.

Onlim schlägt seinen Nutzern auf Basis semantischer Analysen vor, welche Inhalte sie über Online-Netzwerke verbreiten können. Dazu werden Facebook-Seiten und RSS-Feeds von Webseiten analysiert und auf für die Zielgruppe des jeweiligen Unternehmens relevante Themen durchsucht. Das Tool bereitet die Inhalte auf, die Nutzer können sie bearbeiten oder übernehmen und per Knopfdruck in ihren Netzwerken zugänglich machen.

Derzeit unterstützt Onlim die Social-Media-Kanäle Facebook, Twitter, LinkedIn, Xing, YouTube und Flickr. Weitere Netzwerke, darunter Pinterest, Google+ und Instagram, sollen schon bald folgen, sagt Isop, der bei dem Start-up für die Kundenbetreuung zuständig ist. Auch die Anbindung von Messaging-Diensten an das Tool sei geplant. Begonnen wird mit dem Facebook Messenger, der ab dem dritten Quartal über Onlim verfügbar sein soll.

Geld verdienen über Social Media

In Verbindung mit Messaging-Anwendungen will Onlim seine Nutzer auch dabei unterstützen Geld zu verdienen. "Es geht nicht nur um Likes", sagt Isop. Für Unternehmen stelle sich auch die Frage, wie mit Hilfe von Social Media Umsätze generiert werden könnten.

Hoteliers könnten etwa über Social Media darauf hinweisen, dass gerade herrliches Skiwetter herrsche und über Messaging-Dienste mit interessierten Kunden direkten Kontakt aufnehmen, nennt Isop ein Beispiel. "Frei verfügbare Zimmer können dann auch gleich gebucht werden."

Solche und ähnliche Vorschläge sollen den Nutzern schon bald auch von der Software unterbreitet werden. "Wir wollen Inhalte vorschlagen, über die Nutzer im direkten Dialog mit ihren Kunden auch ihre Produkte verkaufen können", erläutert Isop.

Redaktionskalender und Analyse-Tools

Daneben bietet das Tool, wie auch zahlreiche andere Social-Media-Management-Tools auch, einen Redaktionskalender, in dem Postings auf Monate im Voraus geplant werden können, sowie ein zentrales Analyse- und Statistik-Tool der verwalteten Dienste an, mit dem unter anderem die Reichweite der veröffentlichten Postings erhoben werden kann.

Onlim ist in zwei Versionen verfügbar. In einer Gratis-Version, die auf Facebook und Twitter beschränkt ist und mit der zehn Beiträge pro Monat veröffentlicht werden können, sowie eine Professional-Version, die 29 Euro im Monat kostet und die unbegrenzte Postings, automatisch vorgeschlagene Inhalte und Analyse-Werkzeuge umfasst.

Als Zielgruppe hat man zunächst kleine und mittlere Unternehmen aus der Tourismus-Branche, Start-ups und Firmen der Creative Industries im Visier. "Prinzipiell sind wir aber für alle Branchen interessant", meint Isop.

"Wir wollen uns global etablieren"

Derzeit zählt das Start-up rund 270 Nutzer. Der Großteil davon kommt aus Österreich und nutzt die kostenlose Variante. Die Anzahl der zahlenden Kunden wachse, angestrebt sei auch die internationale Expansion, sagt Isop. "Wir wollen uns global etablieren."

Finanziert wird das Start-up durch eine Förderung der aws (austria wirtschaftsservice) und durch Eigenkapital der Gründer. Anteile hält auch die Universität Innsbruck. Für die Weiterentwicklung des Dienstes und den Ausbau von Vertrieb und Marketing zur Vorbereitung der Expansion werden Investoren gesucht. Gespräche dazu laufen bereits, erzählt Isop. Vor kurzem war das Start-up deshalb auch bei den vom Außenwirtschaftscenter der Wirtschaftskammer veranstalteten Pitching Days in Israel dabei.

Potenzial für die Lösung des Start-ups sieht Isop genug. Vor allem bei kleinen und mittleren Unternehmen im deutschsprachigen Raum gebe es in punkto Social Media noch einiges zu tun, sagt er: "Es gibt einen starken Bedarf, die eigenen Leistungen nach außen zu kommunizieren."

Dieser Artikel entstand im Rahmen einer Medienkooperation mit der aws. Die redaktionelle Hoheit obliegt allein der futurezone-Redaktion.