Start-ups
20.12.2017

Streaming-Software aus Wien will bei Veranstaltern punkten

Das Wiener Start-up LineApp bietet Streaming-Lösungen für WLAN-Netzwerke und ist damit bei Kongressen erfolgreich. Für die Expansion werden Investoren gesucht.

Ursprünglich wollte das Start-up LineApp mit seinen Streaming-Lösungen, die in WLAN-Netzen auch ohne Internet funktionieren, Walkie-Talkies ersetzen. Erfolge feiern die Streaming-Spezialisten aus Wien aber mit einer anderen Lösung. Sie heißt Cast und ermöglicht die Übertragung von Vorträgen und Übersetzungen für Kongressbesucher über ein WLAN-Netzwerk.

Ein Laptop genügt, um Vorträge und Übersetzungen in Echtzeit zu übertragen. Konferenzbesucher können sie über eine App auf ihrem Smartphone empfangen, auch wenn sie gerade in der Kantine sitzen oder in den Gängen netzwerken. Dazu genügt es, sich in das WLAN-Netzwerk der Veranstaltung einzuloggen, Internet ist nicht notwendig. "Wir haben auch ein Patent auf die Technologie", sagt Lineapp-Geschäftsführer Alexander Kränkl. Die Lösung biete auch weitere Vorteile. So könnten auch Schwerhörige, die über Hörgeräte bei Konferenzen oder Konzerten bislang über die Lautsprecher wenig verstanden haben, mit qualitativ hochwertigen Audio-Streams versorgt werden.

Auszeichnungen

In den vergangenen Monaten heimste das junge Unternehmen für seine Broadcast-Lösung gleich zwei Preise ein. Bei den Event Technologies Awards in London wurde die Wiener Firma Mitte November als "bestes Technologie-Start-up" ausgezeichnet, Mitte Dezember wurde sie bei den Digital Business Trends-Award (DBT) in Wien prämiert. Nun sucht das Team Investoren für die Expansion.

Strategiewechsel

Derzeit nimmt das vierköpfige LineApp-Team beim Akzeleratoren-Programm im Wiener Start-up-Zentrum weXelerate teil, wo in den vergangenen Monaten mit Mentoren des Innovations-Hubs an der Unternehmensstrategie gefeilt wurde. Neben der Broadcasting-Lösung Cast bietet LineApp auch den Walkie-Talkie-Ersatz Flux an, mit dem etwa Film-, Theater oder Veranstaltungsteams ebenfalls über ein WLAN-Netzwerk auf ihren Smartphones kommunizieren können. Komplettiert wird das Produktportfolio von der mobilen WLAN-Lösung Tour.

"Wir haben beschlossen, uns auf ein Produkt zu konzentrieren", erzählt Kränkl. Mit der Broadcasting-Lösung Cast will man nun die weltweite Expansion in Angriff nehmen und von Wien ausgehend zunächst mit Kongressveranstaltern in anderen europäischen Städten ins Geschäft zu kommen. Die USA sollen folgen.

Kostenersparnis

Veranstalter könnten sich mit der Lösung des Start-ups viel Geld ersparen, rechnet Kränkl vor. Sie müssen Dolmetsch-Technik nicht mehr teuer mieten. Konferenzteilnehmer müssten sich auch keine Geräte mehr ausleihen: "Es genügt das eigene Smartphone."

Geld verdient LineApp mit Software-Lizenzen für seine Technologie, aber auch mit maßgeschneiderten Lösungen für Veranstaltungen. Für einen Kongress der Wirtschaftskammer in der Wiener Hofburg wurde etwa eine eigene Streaming-App kreiert und betrieben. "Das ist auch eine Dienstleistung, die wir anbieten", sagt Kränkl. Dafür seien bereits mehrere Anfragen eingegangen.

Nicht nur Audio-Streams

Neben der Expansion will das Start-up auch die technische Lösung ausbauen. Künftigen sollen nicht nur Audio-Streams, sondern auch Präsentationen über WLAN übertragen werden. "Man soll zumindest das PowerPoint zeigen können", sagt Kränkl.

Die Lösung des Start-ups kommt mittlerweile auch im Start-up-Zentrum WeXelerate zum Einsatz. Wenn sich im Jänner dort Start-ups vor Investoren präsentieren, werden die Vorträge mit der LineApp-Technik ins hauseigene WLAN-Netzwerk übertragen. Bei der Veranstaltung wird auch das Start-up selbst nach Investoren angeln. Kränkl: "Wir haben so Gelegenheit, gleich zu demonstrieren, was unsere Technik hergibt."