Digital Life

Umstrittener YouTuber wurde zu 6 Monaten Gefängnis verurteilt

Der umstrittene YouTuber Ismael Ramsey Khalid, online bekannt als Johnny Somali, wurde von einem südkoreanischen Gericht zu einer 6-monatigen Haftstrafe verurteilt. Hintergrund ist ein Vorfall aus dem Jahr 2024. Damals wurde der YouTuber in Seoul wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses angeklagt. 

Er hatte Clips veröffentlicht, die ihn beim Küssen und beim Vollführen von Lapdances an einer Statue für die "Trostfrauen" im Zweiten Weltkrieg zeigten. Seit Einleitung des Verfahrens galt für Khalid eine Ausreisesperre, wie die BBC berichtet.

Provokant

Der Streamer ist für seine gezielten Provokationen bekannt, die bereits in der Vergangenheit zu Sperren auf verschiedenen Streaming-Plattformen sowie zu rechtlichen Problemen in mehreren Ländern geführt haben. Die Verurteilung am Mittwoch umfasste mehrere Anklagepunkte, darunter die Störung der öffentlichen Ordnung sowie die Verbreitung von sexuellen Deepfakes

Das Gericht in Seoul begründete das Urteil damit, dass Khalid wiederholt Straftaten gegen die Öffentlichkeit begangen habe, um über YouTube Profit zu generieren, und dabei die koreanische Gesetzgebung bewusst missachtete. Die Staatsanwaltschaft hatte ursprünglich eine 3-jährige Haftstrafe gefordert, insofern kam der YouTuber noch einigermaßen glimpflich davon. Die Begründung der milden Strafe war, da kein schwerer Schaden für einzelne Opfer nachweisbar sei.

Trostfrauen

Hintergrund der Empörung ist die historische Bedeutung der betroffenen Statue, die an die sogenannten "Trostfrauen" erinnert. Während des Zweiten Weltkriegs wurden schätzungsweise 200.000 Frauen in ganz Asien, ein Großteil davon aus Korea, zur Sexsklaverei für japanische Soldaten gezwungen.

Die Denkmäler sind in Südkorea politisch hochsensibel und führen regelmäßig zu diplomatischen Spannungen mit Japan. Khalid entschuldigte sich zwar im November mit der Begründung, die Bedeutung des Denkmals nicht gekannt zu haben, stieß damit jedoch auf breite Skepsis. Während der laufenden Ermittlungen forderte er zudem Einheimische zu Kämpfen heraus, was dazu führte, dass er mehrfach auf offener Straße angegriffen wurde.

Im Jahr 2023 war Khalid in Japan zu einer Geldstrafe von 200.000 Yen (ca. 1.000 Euro) verurteilt worden, nachdem er den Betrieb eines Restaurants gestört und Einheimische mit Kommentaren zu den Atombombenabwürfen auf Hiroshima und Nagasaki provoziert hatte. Anfang 2024 wurde er zudem in Israel vorübergehend festgenommen, weil er eine Polizistin belästigt hatte. 

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