"Typ in Marokko mit Lötkolben" baut super-günstiges Radar
Der marokkanische Ingenieur Nawfal Motii hat ein Open-Source-Radarsystem präsentiert. Es soll eine kostengünstige Alternative zu hochpreisigen industriellen Lösungen darstellen. Während kommerzielle Radarsysteme mit vergleichbaren Leistungsdaten oft mit rund 250.000 US-Dollar zu Buche schlagen, setzt dieses Projekt auf frei zugängliche Baupläne und Standardkomponenten.
Die gesamte Dokumentation sowie der Quellcode wurden auf der Plattform GitHub zur Verfügung gestellt. Motii beschreibt sich darin selbst als „einen Typen in einer Werkstatt in Marokko mit einem Lötkolben und einer Obsession“.
Bis zu 20 km Reichweite
Aeris 10 basiert auf dem X-Band-Frequenzbereich und nutzt Pulse LFM (Linear Frequency Modulation). Das System ist laut Angaben des Entwicklers in der Lage, Objekte in einer Entfernung von bis zu 20 Kilometern zu erfassen. Dabei können verschiedene Objekte wie Drohnen, Flugzeuge oder Schiffe erkannt und deren Position bestimmt werden.
Nawfal Motii: Selfie mit Radar
© Nawfal Motii
Der Entwickler hat 2 verschiedene Varianten von Aeris 10 entworfen. Aeris-10N (Nexus) hat eine Reichweite von 3 Kilometer, während Aeris-10E (Extended) die vollen 20 Kilometer erreichen kann. Das Radar arbeitet mit einer Frequenz von 10,5 GHz (X-Band). Laut einer Schätzung von Tom’s Hardware kostet die Hardware für Aeris-10N rund 5.000 und die für 10E rund 7.200 US-Dollar.
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Kostengünstige Alternative
Motii will mit dem Projekt eine kostengünstige Plattform für Forscher, Lehrende und Enthusiasten schaffen. Durch den Open-Source-Ansatz soll es ermöglicht werden, Radar-Technologie für zivile Überwachungsaufgaben, Bildungszwecke oder private Forschungsprojekte einzusetzen, ohne auf 6-stellige Budgets angewiesen zu sein. Motii gibt an, eine Vereinbarung mit der Crowdfunding-Plattform Crowd Supply getroffen zu haben und eine Veröffentlichung im 3. Quartal 2026 anzustreben.
Wer jetzt auf den Geschmack gekommen ist, sollte allerdings vorsichtig sein. Die genutzten Frequenzen sind in den meisten Ländern stark reguliert. In Österreich unterliegt das Aussenden von Funkwellen dem Telekommunikationsgesetz (TKG 2021) und der Fernmeldebehörde.
Hierzulande wird das X-Band für Richtfunk und Wetterradar genutzt. Zwar ist es auch für spezielle Sensoren erlaubt, es lizenzfrei zu betreiben, allerdings nur auf Kurzdistanz.