Steve Bannon: „Kryptowährungen Waffe gegen das Establishment“

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Der ehemalige Chefstratege von US-Präsident Donald Trump attackiert bei einem Vortrag in der Schweiz Tech-Firmen und Zentralbanken.

Kryptowährungen sind nach Ansicht von Steve Bannon ein wichtiges Werkzeug für die europäische Bewegung gegen das „Establishment“. „Wir nehmen den Zentralbanken die Kontrolle weg“, sagte der ehemalige Chefstratege von US-Präsident Donald Trump am Dienstagabend in Zürich. „Das wird uns wieder die Macht geben.“

Bannon sprach auf einer Veranstaltung der rechtskonservativen Schweizer Wochenzeitung „Weltwoche“ unter dem Thema „Die populistische Revolte und ihre globalen Auswirkungen für die Schweiz, Europa und Amerika“. Er habe die Schweiz als wichtigen Standort für Kryptowährungen für seine erste Rede in Europa ausgewählt. Im Kanton Zug sind dutzende Firmen aus diesem Sektor beheimatet. In der Schweiz sei „das Herz“ der Krypto-Bewegung zu Hause, sagte der 65-jährige.

Attacke auf Tech-Firmen und Banken

Bannon beschuldigte Zentralbanken, Regierungen und große Tech-Firmen, die Rechte und die Identitäten der einfachen Menschen wegzunehmen und sie für ihre eigenen Zwecke einzuspannen. Der rechte Publizist, der dem US-Präsidenten zum Wahlsieg verholfen hatte, reist derzeit durch Europa. Er wolle sich ein Bild der populistischen Bewegungen machen und die Revolte gegen das politische „Establishment“ unterstützen.

Trump hatte seinen Ex-Wahlkampfberater und späteren Chefstrategen Bannon wegen Meinungsverschiedenheiten im August vergangenen Jahres entlassen, öffentlich aber weiterhin zu ihm gehalten. Nach der Veröffentlichung kritischer Aussagen über Mitglieder der Präsidenten-Familie in dem Buch „Fire and Fury“ im Jänner brach Trump auch öffentlich mit seinem ehemaligen Mitarbeiter. Kurz darauf musste Bannon auch seinen Posten als Vorstandsvorsitzender der rechtspopulistischen Nachrichtenseite Breitbart News aufgeben.

Demonstrationen gegen Bannon

Gegen den Auftritt von Steve Bannon demonstrierten rund 100 Menschen in der Nähe des Veranstaltungsorts. Zu dem Protest hatte die Bewegung für den Sozialismus (BFS) aufgerufen, um ein Zeichen gegen Rassismus, Sexismus und Ausbeutung zu setzen.