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Kampfjets fangen Boeing 777 wegen Flugmeilen-Dieb ab

Ein Transatlantikflug der Air Canada von Brüssel nach Montreal endete am vergangenen Mittwoch auf ungewöhnliche Art und Weise. Das North American Aerospace Defense Command (NORAD) entsandte sowohl kanadische CF-18 als auch US-amerikanische F-16-Kampfjets, unterstützt von einem KC-135-Tankflugzeug, um die Boeing 777-300ER (Flug AC833) abzufangen.

Den Grund für den massiven Einsatz kann man durchaus als kurios verbuchen. In der Maschine befand sich ein Passagier, der Flugmeilen gestohlen hatte. Streng genommen war aber nicht dieser Umstand ausschlaggebend, sondern dass der Mann die Identität des Bestohlenen genutzt hat, um an Bord zu kommen. Davon berichtet Simple Flying.

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Rechtmäßiger Besitzer wollte auch in Flugzeug

Die Aufdeckung des Betrugs erfolgte mitten über dem Nordatlantik durch einen digitalen Abgleich im Buchungssystem. Der rechtmäßige Besitzer der entwendeten Meilen versuchte zeitgleich, einen anderen Flug von Air Canada anzutreten, was das System aufgrund der unmöglichen gleichzeitigen Anwesenheit an zwei Orten alarmierte.

Da der Passagier auf Flug AC833 somit unter einer fremden Identität reiste, stuften die Behörden den Vorfall als ernsthaftes Sicherheitsrisiko ein. Die Abfangjäger stellten etwa eine Stunde vor der Landung Sichtkontakt zur Maschine her, um sicherzustellen, dass die Besatzung weiterhin die volle Kontrolle über das Flugzeug hatte.

Geopolitische Lage

Dass derart angespannt reagiert wird, ist wohl auch auf die derzeit angespannte geopolitische Lage zurückzuführen. Angesichts von Terrordrohungen im Kontext des Iran-Konflikts reagieren Überwachungsbehörden wie NORAD sensibel auf jede Form von Identitätsmissbrauch im Luftraum. 

Die Kampfjets begleiteten die Boeing bis zur sicheren Landung auf dem Flughafen Montréal-Trudeau. Der Einsatz war jedenfalls alles andere als billig. Die Betriebskosten einer F-16 belaufen sich auf rund 25.000 US-Dollar pro Flugstunde

Nach der Landung wurde ein 27-jähriger Verdächtiger festgenommen und sein Gepäck als potenziell gefährlicher Gegenstand einer gesonderten Überprüfung unterzogen. Ebenfalls festgenommen wurde ein weiterer Mann in den 30ern, wobei sich dieser Zugriff jedoch als Irrtum der Behörden herausstellte; beide Männer kannten sich nicht. Trotz des massiven Aufgebots wurden beide Personen nach einer Befragung wieder freigelassen, und es liegen derzeit keine formellen Anklagen vor. Eine Anklage wegen Betrug wurde jedoch in Aussicht gestellt.

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Thomas Prenner

ThPrenner

KURIER-futurezone Chefredakteur. Beschäftigt sich viel mit Dingen, die man täglich nutzt und schreibt darüber. Sitzt außerdem gerne am Fahrrad.

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