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Das „hässlichste Militärflugzeug der Welt” hatte seinen Erstflug

Ein neues Flugzeug der japanischen Luftstreitkräfte (JASDF) ist zum Erstflug abgehoben. Die Kawasaki EC-2 wird künftig zur elektronischen Kriegsführung eingesetzt.

Dieser Meilenstein erregte ungewöhnlich viel Aufmerksamkeit in den sozialen Netzwerken dafür, dass die EC-2 kein Kampfjet ist. Das liegt an ihrer ungewöhnlichen Form.

Sie hat eine auffällig breite Nase, 2 Buckel am Rücken und noch 2 Buckel am Heck, jeweils links und rechts. Einige bezeichnen sie deshalb als „hässlichstes Militärflugzeug der Welt“ oder „der fliegende Glöckner von Notre-Dame“.

Es gibt aber auch ein paar nettere Kommentare dazu. So wird die EC-2 etwa mit einer Ente, einem Enton oder einem Schnabeltier verglichen, einem Charakter aus dem Disney-Film Planes oder einem Flugzeug, das eine Clownsnase aufhat.

Ein User schreibt, es sei das „japanischste Flugzeug seit langem“. Das kann man durchaus sympathisch sehen, genauso wie die Grafik, die das japanische Verteidigungsministerium von der EC-2 veröffentlicht hatte, bevor die Maschine erstmals zu sehen war. Die sieht so aus, als könnte sie Concept Art für einen Anime sein.

Konzeptgrafik für die EC-2

Umgebaute Transportmaschine

Die EC-2 ist eine umgebaute C-2. Das 2-strahlige Transportflugzeug wurde 2016 in Dienst gestellt. Die C-2 hat eine Zuladungskapazität von bis zu 37 Tonnen. Der Frachtraum ist groß genug, um einen UH-60JA Hubschrauber oder Type 16 Radpanzer zu transportieren.

Kawasaki C-2

Die maximale Geschwindigkeit beträgt 920 km/h. Die Reichweite mit 20 Tonnen Fracht beträgt 7.600 km, mit 36 Tonnen Fracht 4.500 km.

Jammen aus sicherer Entfernung

Die erste EC-2, die jetzt ihren Jungfernflug hatte, war zuvor die dritte je gebaute C-2. Sie ist der Ersatz für die pensionierte EC-1, die auf der Transportmaschine C-1 basierte. Auch die EC-1 hatte eine markante Nase, war aber weniger buckelig.

Was sich genau hinter der Nase und den Buckeln versteckt, ist geheim. Da es sich aber um ein „Stand Off Electronic Warfare Aircraft“ handelt, werden es starke Jammer sein. Mit „Stand Off“ ist gemeint, dass das Flugzeug seine Aufgabe erfüllen kann, ohne in Reichweite der feindlichen Luftabwehr zu geraten.

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Moderne Flugzeuge zur elektronischen Kriegsführung sind meistens ausgestattet, um ein breites Spektrum an Signalen zu blockieren. Das inkludiert Radar, Satellitennavigation und Kommunikation, am Boden und in der Luft. Dazu werden möglichst viele Signale auf möglichst vielen Frequenzen und Bändern in Richtung des Ziels bzw. Zielgebiet gestrahlt. Kann etwa das Feuerleitradar einer Luftabwehrbatterie deshalb nicht mehr Flugzeuge erkennen, kann es mit weniger Risiko mit einem Luftangriff zerstört werden.

Dass diese Fähigkeiten zur elektronischen Kriegsführung auf modernen Schlachtfeldern immer wichtiger werden, ist Japan bewusst. Insgesamt sollen 4 Stück EC-2 angeschafft haben. Das Vorgängermodell EC-1 war damals ein Einzelstück.

Fliegender Lauschposten RC-2

Ein Einzelstück ist bisher auch die RC-2. Dafür wurde die zweite jemals gebaute C-2 umgerüstet. Die RC-2 wurde 2020 in Dienst gestellt. Sie gehört ebenfalls zur Gruppe für elektronische Kriegsführung der JASDF und ist eine SIGINT-Plattform (Signal Intelligence). Ihre Aufgabe ist es, die Funksignale des Feinds aufzuspüren und abzufangen – sie ist also ein fliegender Lauschposten.

Laut dem japanischen Verteidigungsministerium sollen die EC-2 und RC-2 künftig zusammenarbeiten. Die RC-2 sammelt die Informationen über die Signale in den Zielgebieten, damit die EC-2 diese dann bestmöglich jammen kann. 

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Gregor Gruber

Testet am liebsten Videospiele und Hardware, beschäftigt sich leidenschaftlich mit Rüstungstechnologie.

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