Ein Tarnkappenbomber mit ausgefahrenem Fahrwerk schwebt kurz vor der Landung über einer Landebahn vor Bergkulisse.

B-21 Raider bei einem früheren Testflug

© US Air Force
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Militärtechnik

Stealth-Bomber B-21 Raider erstmals bei Luftbetankung gesichtet

Die US Air Force hat die nächste Phase der Testflüge für die B-21 Raider eingeleitet. Der neue Stealth-Bomber wurde erstmals bei einer Luftbetankung gesichtet.

Ob tatsächlich Treibstoff dabei geflossen ist, ist nicht bekannt. Zumindest ist zu sehen, dass die B-21 über den Boom (Ausleger) mit einer Boeing Stratotanker verbunden ist. Es ist möglich, dass aus Sicherheitsgründen nur das An- und Abdocken sowie der verbundene Flug geübt wurden, ohne dass tatsächlich Treibstoff transferiert wurde.

Mysteriöse NC-9D mit dabei

Dem Instagram-User @lookunderocks ist noch ein interessanter Schnappschuss gelungen. Neben einer F-16, die als Leit- und Beobachtungsflugzeug dabei war, war noch eine weitere Maschine an dem Testflug beteiligt.

B-21, Tankflugzeug und ein mysteriöses drittes Flugzeug fliegen im blauem Himmel

Auf einem Foto des Instagram-Users @lookunderocks ist eine DC-9 zu sehen.

Das Flugzeug sieht wie ein Privat-Jet aus, dürfte aber eine McDonnell Douglas DC-9 sein, die vom Rüstungskonzern Raytheon genutzt wird. Zumindest befand sich diese zum selben Zeitpunkt in derselben Gegend, in der der Testflug stattfand.

Diese spezielle DC-9 wurde zur NC-9D umgebaut. Die Maschine hat eine ungewöhnliche Nase verpasst bekommen. Was sich darunter genau verbirgt, ist geheim. Üblicherweise werden ähnliche Flugzeuge verwendet, um die Technologie von neuen Radars, Suchköpfen von Raketen und Zielsystemen zu testen bzw. zu validieren.

Da diese NC-9D schon mehrmals bei Testflügen gesichtet wurde, wird vermutet, dass sie die Radar- und Wärmesignatur von anderen Flugzeugen aufzeichnet. Anhand dieser Daten kann später berechnet und simuliert werden, wie gut die Stealth-Eigenschaften der B-21 gegen feindliche Kampfjets oder Luft-Luft-Raketen wirken.

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NKC-135R: Der „Geister-Tanker“

Auch beim Tankflugzeug handelt es sich nicht um eine gewöhnliche Variante. Die gesichtete Boeing KC-135 Stratotanker ist eigentlich eine NKC-135R. Mit Stand 2017 gab es nur 2 Stück in dieser speziellen Testbett-Ausführung. Einigen Quellen zufolge soll nur noch eine davon aktiv sein.

Die NKC-135R mit der Nummer 61-0320 (10320 am Leitwerk) bei einem Testflug mit einer F-16 bei leicht bewölktem Wetter

Die NKC-135R mit der Nummer 61-0320 (10320 am Leitwerk) bei einem Testflug mit einer F-16

Die beim B-21-Flug gesichtete NKC-135R trägt die Nummer 61-0320. Sie ist auf dem Air-Force-Stützpunkt Edwards in Kalifornien beim 418th Flight Test Squadron stationiert. Sie kommt sehr häufig bei Testflügen zum Einsatz, auch für Drohnen und Flugzeuge, die noch geheim sind. Daher benötigt die Crew der Maschine eine Top-Secret-Freigabe.

Wegen der Geheimniskrämerei wird die Crew auch „Ghost Team“ genannt. Die 61-0320 ist bei ihren Flügen ebenfalls öfters mit einem Ghost-Rufzeichen unterwegs, wie etwa GHOST-57. Der aktuelle Testflug war allerdings nicht besonders geheim: Die 61-0320 konnte über Flightradar24 die ganze Zeit verfolgt werden. Der Testflug dauerte demnach 5 Stunden und 33 Minuten, die Flughöhe beim Tankmanöver betrug 7.000 Meter.

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Größer als gedacht

Die Fotos vom Testflug geben einen interessanten Hinweis auf die Größe der B-21. Denn die genauen Daten des Stealth-Bombers wurden bislang nicht veröffentlicht. Soweit auf den Fotos erkennbar, dürfte die B-21 eine größere Flügelspannweite als die NKC-135R haben (39,9 Meter).

Beobachter schätzen anhand der Bilder, dass die B-21 eine Spannweite zwischen 44 und 47 Metern haben könnte. Bisher wurde vermutet, dass es eher um die 38 Meter sind. Selbst mit 47 Metern ist die B-21 noch immer kleiner als die B-2 Spirit (52,40 Meter), so wie es die Air Force angekündigt hat, aber nicht um so viel kleiner als zuvor angenommen wurde.

Ein B-21 Raider Tarnkappenbomber steht vor einer großen US-Flagge.

Eines der ersten Fotos, das die US Air Force von der B-21 freigegeben hat.

Höhere Reichweite und weniger Kosten

Die B-21 soll die B-2 ablösen. Laut der Air Force wird sie weniger Waffenlast haben, dafür aber eine höhere Reichweite. Wenn die geplanten 100 Stück der B-21 angeschafft werden, soll sie zudem günstiger sein: Die Air Force peilt 750 Millionen US-Dollar pro Stück an. Werden die gesamten Kosten für das B-2-Programm berechnet und an die Inflation angepasst, komm eine Spirit auf ungefähr 4,2 Milliarden US-Dollar.

Die Air Force hat derzeit 19 einsatzbereite B-2. Bis 2040 sollen zumindest ein paar davon noch im Dienst bleiben.

Die Pensionierung könnte allerdings vorgezogen werden, denn die US-Regierung und Air Force wollen die Tests und die danach folgende Serienproduktion der B-21 beschleunigen. Wenn das klappt, könnte die erste B-21 schon 2027 in Dienst gestellt werden.

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Gregor Gruber

Testet am liebsten Videospiele und Hardware, beschäftigt sich leidenschaftlich mit Rüstungstechnologie.

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