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Galaxy Buds4 Pro im Test: Großartige In-Ears, aber...

Gleichzeitig mit dem Galaxy S26 hat Samsung eine neue Version seiner In-Ear-Kopfhörer vorgestellt. Die Galaxy Buds4 kommen in einer Standard- und in einer Pro-Variante. 

Das Standard-Modell ist mit einem 1-Weg-Lautsprecher (11 mm Dynamic Driver) ausgestattet, während die Pro-Variante ein 2-Weg-System (Super Wide Woofer + Planar Tweeter) nutzt. Das soll vor allem bei hohen Frequenzen Vorteile bieten. Zudem dichten die Pro per Silikonstoppel den Gehörgang besser ab und sitzen dadurch sicherer im Ohr. Ich habe die Galaxy Buds4 Pro getestet.

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Design und Tragekomfort

Verarbeitung und Design der Buds4 Pro erzeugen bei mir einen gemischten Eindruck. Die Ohrhörer selbst im “Blade”-Design mit Stiel und gebürsteter Metall-Oberfläche gefallen mir sehr gut. Sie sehen edel und modern aus. 

Was mich nicht abholt, ist die Ladebox. Der transparente Deckel wirkt eher billig. Immerhin ist die Box einigermaßen kompakt. Ihre Verarbeitung geht in Ordnung. Mit IP57-Zertifizierung dürften die Ohrhörer sogar ein kurzes Badewannen-Hoppala überleben (wobei ich das mit dem Testgerät nicht ausprobiert habe). 

Im Hinblick auf Tragekomfort hab ich mich sehr schnell mit den Buds angefreundet. Mit den Standard-Ohrpolstern aus Silikon bin ich sofort gut klargekommen. Die Ohrhörer sitzen fest und sicher im Gehörgang, ohne zu drücken. Selbst bei schweißtreibendem Sport verrutschen sie nicht. Gleichzeitig sind sie so bequem, dass man sie so gut wie gar nicht spürt.

Tonqualität und Geräuschunterdrückung

Der Klang der Buds4 Pro gehört zu dem besten, was Ohrhörer derzeit zu bieten haben. Besonders beeindruckt hat mich die Flexibilität des Klangs. Höhenbetonte Klassik oder Folk-Musik klingt sauber und knackig, schaltet man auf elektronische “Bassmonster” um, produzieren die Buds gleichzeitig genau den wuchtigen Druck, den man sich wünscht. 

Auch die Geräuschunterdrückung konnte mich auf ganzer Linie überzeugen. Im Flugzeug wird das Triebwerksgeräusch genauso herausgefiltert, wie man es von hochwertigen Over-Ears kennt. Gleiches gilt für die U-Bahn. Und sogar das üblicherweise schwierig zu bendigende Tastaturgeräusch im Großraumbüro lässt sich mit den Buds4 Pro gut herausfiltern.

Praktisch und im Alltag hilfreich finde ich die adaptive Anpassung der Geräuschunterdrückung. Dabei wird diese nur dann aktiviert, wenn es Sinn macht bzw. wenn es Umgebungsgeräusche zum Filtern gibt. Das funktioniert reibungslos. 

Ebenfalls sehr gut ist die Qualität der eigenen Sprache beim Telefonieren. Die Buds können hier auch mit notorisch schwierigen Windgeräuschen gut umgehen. 

Steuerung und Akku

Die Ohrhörer können direkt durch Berührung gesteuert werden. Drückt man den “Stiel” zusammen, kann man dadurch etwa die Musik pausieren oder fortsetzen. Auch Anrufe kann man dadurch annehmen oder beenden. Durch Drücken und gedrückt halten lässt sich eine Aktion ausführen, wie etwa den Sprachassistenten am Handy starten oder den ANC-Modus auswählen. Die Lautstärke kann man durch Wischen am Stiel anpassen.

Das Quetschen des Stiels für bestimmte Aktionen funktioniert im Alltag super. Da man den Stiel doch recht deutlich drücken muss, passiert einem das nicht aus Versehen, gleichzeitig geht es aber zuverlässig, wenn man es möchte. 

Etwas ungeschickt ist die Wischgeste zum Verändern der Lautstärke. Auch ohne “Wurstfinger” bietet der kleine Stiel einfach zu wenig Oberfläche, um sinnvoll darauf zu wischen.

Durchgehend hören kann man mit aktivierter ANC ca. 6 bis 8 Stunden. Einmal aufgeladen kann das Case die Ohrhörer ca. 4 Mal vollladen. Auch wenn diese Werte gemessen an vergleichbaren Geräten jetzt nicht herausragend sind, habe ich nie ein Stromproblem mit den Buds4 Pro bekommen. Geladen wird das Case entweder per USB-C oder drahtlos.

Buds4 Pro mit anderen Android-Phones?

Den vollen Funktionsumfang gibt es nur, wenn man die Buds4 Pro mit Samsung-Smartphones verwendet. Live-Übersetzung geht etwa nur in Kombination mit Galaxy-Smartphones. Auch funktioniert der Samsung Seamless Codec (SSC UHQ), der 24-Bit/96-kHz-Audio ermöglicht, nur mit Samsung-Handys. Besonders schmerzhaft ist, dass Multipoint-Verbindungen mit mehreren Geräten ebenfalls nur mit Galaxy-Handys funktionieren.

Beim Test mit einem Google Pixel 10 Pro konnte ich zumindest in den Bluetooth-Einstellungen die Nutzung von Bluetooth LE Audio aktivieren. Auch das sorgt für besseren Sound und ermöglicht Auracast-Unterstützung auch ohne Samsung-Handy.

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Pro und Contra

Pro

  • Herausragender Klang: Dynamisches 2-Wege-System mit druckvollem Bass und klaren Höhen.
  • Spitzen-ANC: Filtert zuverlässig Fluglärm und sogar schwierige Bürogeräusche.
  • Sicherer Sitz: Sehr leicht (5,1 g) und hoher Tragekomfort, auch beim Sport.
  • Robust & wetterfest: Dank IP57 gut gegen Wasser und Staub geschützt.
  • Zukunftssicher: Unterstützung für Bluetooth LE Audio und Auracast.

Contra

  • Exklusiv-Club: Voller Funktionsumfang (Hi-Fi Codec, KI-Features) nur mit Samsung-Handys.
  • Fummelige Lautstärke: Wischgeste am kleinen Stiel im Alltag oft unpräzise.
  • Case-Design: Transparenter Deckel der Ladebox wirkt im Vergleich zu den Buds haptisch weniger wertig.
  • Hoher Preis: Mit 249 Euro (UVP) im obersten Preissegment angesiedelt.

Fazit

Die Galaxy Buds4 Pro können im Test in allen wichtigen Belangen überzeugen. Sie klingen hervorragend, bieten ausgezeichnetes ANC und funktionieren im Alltag genauso zuverlässig, wie ich mir das wünsche. Die einzigen Kritikpunkte sind das etwas billig aussehende Ladecase sowie die eher frickelige Art und Weise, die Lautstärke direkt an den Buds zu regulieren. 

Unterm Strich zählen die Buds4 Pro jedenfalls zu den besten Drahtlos-Ohrhörern, die es für Android-Phones derzeit am Markt gibt - zumindest in Verbindung mit Galaxy-Handys. Und genau das ist auch der Punkt, weswegen man sie nicht uneingeschränkt empfehlen kann.

Denn ohne Samsung-Handy fehlen die Galaxy AI Features (Dolmetscher) und der Hi-Fi Codec (SSC). Auch wenn LE Audio auf dem Pixel 10 Pro super funktioniert, ist es eben nicht das Non-Plus-Ultra. Zudem sollten iPhone-Nutzer gewarnt werden: Für sie gibt es gar keine App, also auch keine Updates oder EQ-Einstellungen.

Ein Schnäppchen sind die Buds4 Pro jedenfalls nicht. Mit einem Verkaufspreis von 249 Euro (251 Euro bei Amazon) muss einem guter Sound schon einiges wert sein.

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Thomas Prenner

ThPrenner

KURIER-futurezone Chefredakteur. Beschäftigt sich viel mit Dingen, die man täglich nutzt und schreibt darüber. Sitzt außerdem gerne am Fahrrad.

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